18 April 2026, 04:26

Wie ein Dorf Geflüchteten aus Syrien ein neues Zuhause gab – und was daraus wurde

Plakat zum 70-jährigen Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, die von Text und Zahlen umgeben sind und von einem klassischen Photo-Frame eingerahmt werden.

Wie ein Dorf Geflüchteten aus Syrien ein neues Zuhause gab – und was daraus wurde

Vor einem Jahrzehnt öffnete eine kleine Gemeinde in Schildgen ihre Türen für Geflüchtete, die vor Konflikten flohen. Rund 100 Einwohner:innen starteten die Initiative "Willkommen in Schildgen", die Hilfe im Alltag, Sprachkurse und Unterstützung bei der Integration bot. Heute zeigen sich die Ergebnisse: 72 Prozent der damals Ankommenden haben mittlerweile einen Job, andere absolvieren eine Ausbildung oder studieren.

Youssef Messraba gehörte zu den Ersten, die 2015 von Syrien aus von dem Projekt profitierten. Mit Hilfe von Ehrenamtlichen meisterte er Behördengänge, Arztbesuche und Deutschkurse. Mit der Zeit baute er sich in Schildgen ein neues Leben auf – seine Freundschaften pflegt er heute fast ausschließlich mit Einheimischen.

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Messraba absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Elektroniker, bevor er ein Studium aufnahm. Mittlerweile studiert er Elektro- und Medizintechnik. Doch trotz seiner Erfolge bleiben Herausforderungen: Seit 20 Monaten wartet er auf die deutsche Staatsbürgerschaft, und Vorurteilen begegnet er noch immer – an der Universität wie im Stadtteil.

Die Arbeit der Gemeinde wird nun mit einer Jubiläumsveranstaltung am 28. November im "Himmel un Ääd" gewürdigt. Unter dem Titel "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" werden dort Integrationsgeschichten präsentiert. Parallel zeigt der Fotograf Philipp J. Bösel in einer gleichnamigen Ausstellung 21 farbige Porträts von Geflüchteten. Die Fotos sind bis zum 6. Dezember zu sehen.

Der Erfolg der Initiative lässt sich in Zahlen messen: Die meisten Geflüchteten arbeiten inzwischen, studieren oder sprechen fließend Deutsch. Messrabas Weg steht dabei exemplarisch für die Erfolge – aber auch die anhaltenden Hürden – der Integration. Schildgen bleibt vorerst ein Ort, an dem Neuankömmlinge Unterstützung finden und die Chance auf einen Neuanfang erhalten.

Quelle