25 December 2025, 09:09

Warum dieses Familienunternehmen trotz Chinas Lockruf in Deutschland bleibt

Vier Roboter-Spielzeuge auf einer blauen Oberfläche.

Warum dieses Familienunternehmen trotz Chinas Lockruf in Deutschland bleibt

Ein kleines deutsches Familienunternehmen setzt auf lokale Produktion – trotz der Verlockungen Chinas

Die AGS Automation Greifsysteme Schwope GmbH aus Herkenrath, ein spezialisierter Hersteller von robotergesteuerten Greifsystemen für die Automobil- und Abfüllindustrie weltweit, hat sich bewusst gegen eine Verlagerung der Produktion nach China entschieden – trotz der immensen Kapazitäten der dortigen Fertigung. Die Unternehmensführung berichtete kürzlich von ihren Eindrücken über das Ausmaß der chinesischen Produktion – und warum sie sich dagegen entschied, dorthin zu expandieren.

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Seit drei Generationen wird das Unternehmen von der Familie Schwope geführt. Schon als Kind faszinierten CEO Marc Schwope die mechanischen Möglichkeiten der Fischertechnik-Baukästen – heute exportiert das Unternehmen 30 Prozent seiner Greifsysteme, die in Montagestraßen und Fabriken auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen.

René Schwope, Mechatronik-Ingenieur und Nachhaltigkeitsbeauftragter des Unternehmens, treibt die ökologische Ausrichtung voran. Statt CO₂-Zertifikate zu kaufen, pflanzte AGS 3.000 Bäume auf von Borkenkäfern geschädigten Flächen. Zudem verzichtet das Unternehmen auf energieintensive beschichtete Oberflächen, um Abfall zu reduzieren. Eine Reise nach China mit der Europäischen Handelskammer hinterließ bei den Schwopes jedoch ein zwiespältiges Gefühl: Die schiere Dimension der automatisierten Massenproduktion dort stand im Widerspruch zu ihren Werten. Kulturell fühlten sie sich fremd – und entschieden sich bewusst für den Standort Deutschland. Dennoch bleiben Herausforderungen: Die schwächelnde globale Konjunktur und wirtschaftliche Druck erschweren nachhaltiges Wirtschaften. Die Familie plädiert dafür, dass regionale Produktion und unternehmerische Verantwortung stärker politisch gefördert werden müssen, um langfristig bestehen zu können.

AGS bleibt damit ein Beispiel für den Spagat zwischen Innovation und ethischer Produktion. Ihre Greifsysteme kommen zwar weltweit zum Einsatz, doch das Unternehmen bleibt in Herkenrath verwurzelt. Indem es auf Auslagerung verzichtet und in Nachhaltigkeit investiert, zeigt es die Widersprüche der modernen Fertigung auf – wo kurzfristige Kostensenkung oft mit langfristiger Verantwortung kollidiert.