03 February 2026, 23:41

Warnstreiks in NRW: Kitas und Pflegeheime kämpfen um bessere Löhne und mehr freie Tage

Plakat zeigt die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri mit einer Gruppe Menschen in traditioneller Kleidung, einige stehend, einige sitzend, mit ausdrucksstarken Gesichtern, die Angst und Verzweiflung zeigen, mit der Aufschrift "Die Anti-Kinderarbeit-Bewegung in Missouri" oben und unten.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Warnstreiks in NRW: Kitas und Pflegeheime kämpfen um bessere Löhne und mehr freie Tage

Die Gewerkschaft ver.di hat für diese Woche Warnstreiks in AWO-Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen ausgerufen. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, bessere Ausbildungsbedingungen und zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als nicht finanzierbar ab – damit zeichnen sich flächendeckende Beeinträchtigungen ab.

Die Streiks beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, und betreffen allein in Essen 23 AWO-Kitas. Weitere Arbeitsniederlegungen sind im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln geplant. Einige Einrichtungen könnten während der Aktion schließen, Gruppen zusammenlegen oder nur eine eingeschränkte Notbetreuung anbieten.

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Neben dem Kita-Personal könnten sich in Köln auch Beschäftigte aus Pflegeheimen den Streiks anschließen. Die Versorgung der Bewohner bleibt zwar aufrechterhalten, doch mit Verzögerungen bei anderen Dienstleistungen ist zu rechnen. Parallel finden in Essen, Aachen und Köln Kundgebungen statt, die sich in die Proteste für höhere Löhne im öffentlichen Dienst einreihen.

Am Donnerstag weiten sich die Streiks auf Ostwestfalen-Lippe aus, begleitet von einer Demonstration in Herford. Ver.di pocht auf eine monatliche Lohnerhöhung von 500 Euro für alle AWO-Mitarbeiter sowie 300 Euro zusätzlich für Auszubildende. Zudem fordert die Gewerkschaft drei weitere freie Tage pro Jahr für ihre Mitglieder und verbesserte Arbeitsbedingungen für Auszubildende.

Die Arbeitgeber weisen die Forderungen zurück und warnen, dass eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 13 Prozent die ohnehin angespannten Haushalte weiter belasten würde. Sozialdienstleister halten die Vorschläge angesichts der aktuellen finanziellen Lage für unrealistisch.

Die Streiks werden die Kinderbetreuung und soziale Dienstleistungen in mehreren Regionen beeinträchtigen. Zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft herrscht weiterhin Uneinigkeit über Bezahlung und Arbeitsbedingungen – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Sollten die Verhandlungen ins Stocken geraten, könnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen.