11 January 2026, 12:45

Vodafone verklagt Kartellamt wegen angeblicher Behinderung von 1&1

Ein schwarzes Telefon mit Zahlen und Text, der durch die Scheibe sichtbar ist, verbunden durch Kabel, vor einem weißen Hintergrund.

Vodafone verklagt Kartellamt wegen angeblicher Behinderung von 1&1

Ein Rechtsstreit zwischen Vodafone und dem deutschen Bundeskartellamt ist wegen angeblicher Verzögerungen beim Netzzugang für den Konkurrenten 1&1 eskaliert. Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, Vodafone habe über seine Beteiligung an Vantage Towers den Ausbau von 1&1 als viertem Mobilfunkanbieter behindert. Vodafone hat nun rechtliche Schritte eingeleitet, um eine mögliche Entscheidung der Wettbewerbsbehörde zu blockieren.

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Andreas Mundt, der seit 2023 das Kartellamt leitet, sieht sich scharfer Kritik von Vodafones Juristen ausgesetzt. Das Unternehmen wirft der Behörde Befangenheit und Kompetenzüberschreitung bei der Untersuchung vor.

Der Konflikt begann, als das Bundeskartellamt die Verzögerungen seitens Vodafone als Verstoss gegen das Kartellrecht einstufte. Laut der Behörde haben diese Hindernisse den Markteintritt von 1&1 als neuem Wettbewerber erschwert. Ein Urteil könnte Vantage Towers – an dem Vodafone massgeblich beteiligt ist – zwingen, 1&1 den Zugang zu einer grossen Zahl von Standorten zu gewähren.

Vodafone hat mit einer vorbeugenden Unterlassungsklage reagiert, um zu verhindern, dass das Kartellamt eine Missbrauchsentscheidung wegen marktbeherrschender Stellung erlässt. Die Anwälte des Unternehmens argumentieren, die Behörde habe rechtliche Standards verletzt und ihre Befugnisse überschritten. Zudem werfen sie dem Verfahren Manipulation vor und behaupten, 1&1 habe den Fall "im Hintergrund gesteuert". Das Kartellamt wies die Vorwürfe Vodafones entschlossen zurück. In einer Stellungnahme betonte die Behörde, sie habe während der gesamten Untersuchung vollkommen neutral gehandelt. Politische Motive oder eine Bevorzugung von 1&1 wurden kategorisch zurückgewiesen; die Einschätzung der Verzögerungen als wettbewerbsfeindlich wurde aufrechterhalten.

Vodafones Juristen legten nach und warfen der Behörde vor, eine "politische Agenda" zu verfolgen. Das Unternehmen beharrt darauf, dass das Vorgehen des Kartellamts ungerechtfertigt zu Gunsten von 1&1 ausfalle – einem Konkurrenten, der sich als vierter grosser Netzbetreiber in Deutschland etablieren will.

Das Ergebnis dieses Rechtsstreits könnte den deutschen Telekommunikationsmarkt nachhaltig verändern. Sollte die Entscheidung des Kartellamts Bestand haben, müsste Vantage Towers 1&1 möglicherweise umfangreichen Zugang zu Standorten gewähren, was den Netzausbau des Newcomers beschleunigen würde. Vodafone hingegen drohen weitere regulatorische Auflagen und mögliche operationelle Einschränkungen.