Vodafone kämpft mit sinkenden Umsätzen und Kundenverlusten im harten Telekommunikationsmarkt
Ivan SchachtVodafone sieht Licht am Ende des Tunnels - Vodafone kämpft mit sinkenden Umsätzen und Kundenverlusten im harten Telekommunikationsmarkt
Vodafone Deutschland hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Die Umsätze sind gesunken, und die Kundenzahlen gehen in wichtigen Bereichen zurück. Zwar verzeichnete das Unternehmen im Sommer einen leichten Anstieg der Serviceeinnahmen, doch die Mobilfunkverträge stagnieren, und die Zahl der Festnetz-Internetnutzer sinkt weiter. Ein kleiner Lichtblick ist der jüngste Zuwachs bei den TV-Abonnenten.
Die Probleme wurden Anfang 2024 offenkundig, als die Umsätze in mehreren Quartalen um über sechs Prozent einbrachen. Bis zur Jahresmitte waren die bereinigten Erträge (EBITDAaL) um 4,3 Prozent gefallen, was Vodafone in die operative Verlustzone drängte. Ein schwerer Rückschlag war der Verlust von Millionen TV-Kunden, nachdem Deutschland das Nebenkostenprivileg abgeschafft hatte – allerdings kehrten im letzten Quartal 62.000 Abonnenten zurück.
Trotz der Schwierigkeiten bleibt Vodafone mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent fest auf Platz zwei im deutschen Telekommunikationsmarkt. Das Kabel-Glasfasernetz des Unternehmens versorgt etwa 30 Millionen Gigabit-Haushalte und sichert ihm hier eine führende Position. Doch bei der FTTH-Ausbauoffensive (Glasfaser bis in die Wohnung) liegt die Deutsche Telekom vorn und will bis 2026 12,8 Millionen Anschlüsse realisieren. Gleichzeitig holt O2 (Telefónica) bei der Mobilfunkabdeckung und im 5G-Ausbau auf, während 1&1 stark von Vodafones Infrastruktur abhängt – über 11 Millionen Kunden des Discounters nutzen das Netz des Konzerns.
Die Wachstumschancen des Unternehmens hängen maßgeblich von den Mieteinnahmen durch 1&1 ab. Vorstandschef Marcel de Groot zeigt sich dennoch zuversichtlich und verweist auf strategische Investitionen in 5G sowie Festfunkdienste wie den GigaCube, der 35 Prozent des Marktes für mobiles Internet zu Hause hält. Angesichts des FTTH-Vorsprungs der Telekom und des Aufholens der Konkurrenz bleibt Vodafones Erholung jedoch unsicher.
Die jüngsten Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild: Ein leichter Anstieg der Serviceerlöse steht sinkenden Gesamtumsätzen gegenüber. Die Rückkehr einiger TV-Kunden hilft, doch Vodafones Position basiert weiterhin auf der Dominanz im Kabelbereich und den Netzwerk-Partnerschaften. Ob das Unternehmen langfristig stabil bleibt, hängt davon ab, wie gut es sich gegen den Glasfaserausbau der Telekom und die Mobilfunkexpansion von O2 behaupten kann.






