Unsichtbare Heldinnen: Wie Frauen wie Jenny Marx und Bertha Benz Geschichte schrieben
Friedl RädelUnsichtbare Heldinnen: Wie Frauen wie Jenny Marx und Bertha Benz Geschichte schrieben
Ein kürzlich stattgefundenes Ereignis in Büsum rückte die oft übersehenen Leistungen von Frauen in den Fokus, die hinter einigen der einflussreichsten Männer der Geschichte standen. Veranstaltet vom Büsumer Landfrauenverein vereinte der Abend Lesungen, Musik und Fotografie, um ihre Verdienste zu würdigen. Autorinnen, Fotografinnen und Musikerinnen brachten diese Geschichten gemeinsam auf die Bühne.
Im Mittelpunkt stand eine Lesung mit dem Titel "Die Frauen hinter den Männern: Ihre Leistungen und wie sie uns heute inspirieren". Die Autorin Wiebke Reißig-Dwenger stellte Persönlichkeiten wie Jenny Marx vor, die als Sekretärin ihres Mannes Karl arbeitete und trotz jahrelanger finanzieller Not dessen Werke unermüdlich förderte – und so dafür sorgte, dass seine Ideen ein breiteres Publikum erreichten.
Eine weitere beeindruckende Frau war Bertha Benz, die ihr Erbe in die Werkstätten von Karl Benz investierte und später mit dem ersten Patent-Motorwagen eine kühne 105-Kilometer-Fahrt unternahm. Ihr Mut bewies die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und ebnete den Weg für seinen Erfolg. Der Abend beleuchtete auch das Leben von Auguste Adenauer, der zweiten Ehefrau von Konrad Adenauer. Als Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes kämpfte sie gegen Straßengewalt und Hass – doch unter Gestapo-Druck verriet sie schließlich den Aufenthaltsort ihres Mannes und unternahm 1944 einen Suizidversuch. Historische Aufzeichnungen bestätigen ihren Geburtsnamen Zinsser; mit Adenauer hatte sie fünf Kinder. Die jüdische Fotografin Gerda Taro wurde für ihre furchtlose Arbeit an der Seite von Robert Capa während des Spanischen Bürgerkriegs gewürdigt. Ihre Aufnahmen inspirierten später Szenen in Filmen wie Der Soldat James Ryan.
Zwischen den Lesungen unterhielten die Gäste musikalische Live-Darbietungen: Sönke Dwenger sang Chicago und spielte Mundharmonika, während Tony Dwight amerikanischen Blues und Folk auf der Gitarre präsentierte. Die Fotografin Gudrun Ahlers zeigte zudem ihre beeindruckenden Großformatbilder von Blumen und bereicherte den Abend um eine visuelle Dimension.
Die Veranstaltung machte auf Frauen aufmerksam, deren Entschlossenheit, Opferbereitschaft und Talente die Geschichte auf oft unerkannte Weise prägten. Durch Geschichten, Musik und Fotografie wurden ihre Vermächtnisse gewürdigt und einem neuen Publikum nähergebracht. Der Büsumer Landfrauenverein sorgte dafür, dass diese Leistungen nicht in Vergessenheit geraten.






