04 February 2026, 13:16

Trump-naher US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid

Das Brandenburgertor in Berlin, Deutschland, mit einem gelben Schild, das "Öl- und Gaskrieg" lautet, Gebäuden, Polen, Lampen, einer Statue und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Trump-naher US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid

Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft

Der größte deutsche Betreiber von Tanklagern, Tanquid, wurde an das US-Energieunternehmen Sunoco verkauft. Die Transaktion erhielt zwar die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums, stößt jedoch bei Politikern und Umweltschutzorganisationen auf Kritik. Sunoco, eine Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Energy Transfer, wird von CEO Kelcy Warren geführt, einem bekannten Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

Der Deal steht unter besonderer Beobachtung, da Deutschland die Regeln für ausländische Übernahmen kritischer Infrastruktur verschärft. In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung mehrere prominente Übernahmeversuche blockiert, darunter den Versuch des chinesischen Unternehmens COSCO im Jahr 2022, eine Mehrheitsbeteiligung am Hamburger Hafenterminal zu erwerben. Ein weiteres Veto stoppte 2020 den geplanten Einstieg eines chinesischen Investors mit 50 Prozent am Stromnetzbetreiber 50Hertz. Gesetze aus den Jahren 2017 und 2020 erweiterten die Kontrollmöglichkeiten, sodass nicht-europäische Investoren, die mindestens 10 Prozent in den Energie- oder Verkehrssektoren erwerben, genauer geprüft werden können.

Trotz dieser Schutzmaßnahmen hat der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, die Entscheidung des Ministeriums infrage gestellt. Seiner Ansicht nach reichen die auferlegten Bedingungen – etwa der Zwangsverkauf von Tanquids Pipeline-Beteiligungen an den Bund – nicht aus. Auch Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace lehnen den Deal ab und warnen davor, die Kontrolle über Energieinfrastruktur an ein auf fossile Brennstoffe ausgerichtetes Unternehmen abzutreten.

Die Muttergesellschaft von Sunoco, Energy Transfer, zählt zu den größten Energiekonzernen der USA. Ihr Vorstandsvorsitzender Kelcy Warren ist ein bedeutender Förderer der Make America Great Again-Bewegung und pflegt enge Verbindungen zu Donald Trump. Die Bundesregierung betont zwar, dass von dem Geschäft keine Gefahr für die Versorgungssicherheit ausgehe, doch bleiben Skeptiker unüberzeugt.

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Der Verkauf von Tanquid an Sunoco stellt eine weitere Bewährungsprobe für Deutschlands sich wandelnde Regeln zu ausländischen Direktinvestitionen dar. Zwar hat die Regierung Auflagen erteilt, doch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der langfristigen Folgen ausländischer Kontrolle über kritische Energiesektoren. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und Erwägungen der nationalen Sicherheit auf.