08 February 2026, 15:21

Trauermarsch in Dortmund gedenkt obdachloser Opfer des Winters – und fordert dringend Reformen

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtstraße mit einer Tram, Gebäuden, Straßenlaternen, Straßenlaternen und Passanten, mit Text am unteren Rand.

Trauermarsch in Dortmund gedenkt obdachloser Opfer des Winters – und fordert dringend Reformen

Dortmunder Initiative gedenkt obdachloser Menschen mit Trauermarsch. Borussia Dortmunds Initiative 'Schlaf statt Strafe' organisiert einen Trauermarsch, um an fünf Obdachlose zu erinnern, die in diesem Winter starben. Unter ihnen war Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, die im Februar verstarb, nachdem sie ihren gewohnten Schlafplatz verlassen musste. Die Initiative fordert nun dringende Veränderungen, um Menschen auf der Straße besser zu unterstützen.

Die Initiative 'Schlaf statt Strafe' wurde 2023 ins Leben gerufen, um auf die Not Obdachloser in Dortmund aufmerksam zu machen. Seitdem wurden in der Stadt zwölf neue Notunterkünfte und vorübergehende Wohnmöglichkeiten eröffnet – darunter drei in Eving, zwei in Brackel, zwei in Hörde, zwei in der Innenstadt-Nord und drei im Südviertel.

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Die Aktivist:innen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Tod von Marlies S. und der städtischen Politik, die Obdachlose von ihren Plätzen vertrieben habe. Solche Maßnahmen setzten Menschenleben unnötig aufs Spiel, besonders bei eisigen Winterbedingungen, so die Kritik. Stefan Cramer, der seit neun Jahren obdachlos in Dortmund lebt, unterstützt die Forderung nach mehr Wohnraum und schlägt vor, die Stadt solle zusätzliche Unterkünfte anmieten und bereitstellen.

Zwar räumt die Initiative ein, dass die Stadtverwaltung inzwischen sensibler reagiert, doch sie verlangt konkrete weitere Schritte. Zu den zentralen Forderungen gehören mehr öffentliche Toiletten, Notunterkünfte ohne Zugangsbeschränkungen und durchgehend geöffnete Wärmehallen. Zudem fordern sie einen Kältebus und ein Ende der Kriminalisierung von Obdachlosigkeit. Die Dortmunder Polizei betont, man verfolge einen 'ausgewogenen Ansatz' und kombiniere Ordnungsmaßnahmen mit Hilfsangeboten.

Ziel ist es, Obdachlosen Würde und sichere Lebensbedingungen zu garantieren. Der Trauermarsch unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, vor denen die Obdachlosenhilfe in Dortmund steht. Trotz der zwölf neuen Unterkünfte drängt die Initiative auf umfassendere Reformen. Im Fokus bleiben praktische Lösungen: bezahlbarer Wohnraum, zugängliche Sanitäranlagen und verlässliche Unterstützung bei extremen Wetterlagen.