01 February 2026, 13:13

Thyssenkrupp zwischen Börsenerfolg der Marinesparte und Stahlkrise

Ein Diagramm, das Unternehmensgewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Thyssenkrupp zwischen Börsenerfolg der Marinesparte und Stahlkrise

Thyssenkrupp zwischen finanziellen Herausforderungen und strategischen Erfolgen

In den vergangenen Monaten musste Thyssenkrupp sowohl finanzielle Rückschläge als auch strategische Fortschritte verkraften. Während die Stahlsparte weiterhin mit Schwierigkeiten kämpft, verzeichnet die Marine-Sparte nach ihrem erfolgreichen Börsengang eine positive Entwicklung. Die jüngste Genehmigung einer Dividendenausschüttung durch die Aktionäre stieß bei Mitarbeitern und Gewerkschaften auf Kritik.

Im Oktober 2025 ging Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an die Börse – die Aktie notiert mittlerweile fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Der Börsenwert der Sparte übersteigt mittlerweile 4 Milliarden Euro, und im Dezember 2025 stieg TKMS in den MDAX auf. Mit einem Rekordauftragsbestand von rund 18,2 Milliarden Euro ist das Unternehmen der führende reine Rüstungskonzern für Marineanwendungen in Deutschland.

Die Stahlsparte bleibt hingegen unter Druck. Thyssenkrupp rechnet für das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, vor allem aufgrund von Restrukturierungskosten. Geplant ist eine Reduzierung der Stahlproduktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen. Die Gespräche mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe dauern weiterhin an.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Trotz dieser Herausforderungen bekräftigte das Unternehmen seine langfristige Strategie im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "ACES 2030". Die Aktionäre billigten kürzlich eine Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/2025 – insgesamt rund 93 Millionen Euro. Mitarbeiter und die IG Metall protestierten jedoch und warnten, die Ausschüttung gefährde die Stabilität des Konzerns.

Der Quartalsbericht für das erste Quartal 2025/2026 wird am 12. Februar 2026 veröffentlicht. Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Freitag bei 11,29 Euro und verzeichnete im vergangenen Monat ein Plus von 21,74 Prozent.

Während die Marinesparte weiter auf Erfolgskurs ist, bleibt das Stahlgeschäft eine Belastung. Der nächste Finanzbericht im Februar wird weitere Einblicke in die Umstrukturierungsbemühungen geben. Bisher zeigen sich die Anleger zuversichtlich – der Aktienkurs hält sich stabil, trotz der gegensätzlichen Signale aus den verschiedenen Unternehmensbereichen.