Solingens Wirtschaftsförderung setzt unter neuer Führung auf Kooperation und Dienstleistungsboom
Ivan SchachtSolingens Wirtschaftsförderung setzt unter neuer Führung auf Kooperation und Dienstleistungsboom
Die Wirtschaftsförderung Solingen (WiFö) schlägt unter neuer Führung einen frischen Kurs ein. Der Wandel erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem sich die städtische Wirtschaft von traditionellen Industrien hin zu Dienstleistungen – insbesondere im Gesundheitssektor – entwickelt. Lokale Politiker und Wirtschaftsverbände betrachten die Veränderungen als Schritt zu einer engeren regionalen Zusammenarbeit.
Im Zuge einer jüngsten Umstrukturierung führte die WiFö ein dreiköpfiges Führungsteam ein, an dessen Spitze mit Stadtkämmerer Wienicke ein neuer Geschäftsführer steht. Damit soll die Behörde nach einer Phase der Unsicherheit stabilisiert werden. Die Grünen, darunter die Fraktionsvorsitzenden Ruth Fischer-Bieniek und Leon Kröck, begrüßen den Kurswechsel und sprechen von einer Rückkehr zu einer aktiveren und kooperativeren Ausrichtung.
Statt abzuwarten, bis Unternehmen Unterstützung anfordern, geht die WiFö nun proaktiv auf Solinger Betriebe zu. Die neue Strategie setzt auf konkrete Hilfsangebote – ein Ansatz, der sich mit der Forderung der Grünen nach stärkerer regionaler Vernetzung deckt. Sie plädieren für ein gemeinsames "Bergisches" Vorgehen, das Solingen, Wuppertal und Remscheid durch gemeinsame Projekte und abgestimmte Wirtschaftsplanung enger zusammenführt. Erst kürzlich entschied der Stadtrat gegen die automatische Ausweisung neuer Gewerbegebiete am Stadtrand. Die Grünen rechtfertigen diese Entscheidung mit Nutzungskonflikten und der Notwendigkeit, bestehende Flächen klüger zu nutzen. Angesichts der Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz könnten künftige Unternehmen weniger physische Flächen benötigen, weshalb brachliegende Industrieareale priorisiert vermarktet statt schnell ausgebaut werden sollen.
Regionale Zusammenarbeit existiert bereits über Gremien wie den Städteverbund Bergisches Städtedreieck, der 2003 gegründet wurde. Gemeinsame Initiativen umfassen den Breitbandausbau, Logistiknetzwerke und Innovationscluster, oft gefördert durch EU-Mittel. Seit den 2010er-Jahren haben regelmäßige Runden Tische und standardisierte Wirtschaftsförderpläne die Verbindungen gestärkt. Beteiligt sind neben den drei Städten die Industrie- und Handelskammer Wuppertal (IHK), lokale Wirtschaftsförderer sowie der Landschaftsverband Rheinland (LVR), unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen.
Die Neuerungen bei der WiFö spiegeln den größeren Wandel in Solingens Wirtschaft wider, in der nun Dienstleistungen und Technologie das Wachstum vorantreiben. Durch die Konzentration auf bestehende Standorte und regionale Kooperation will die Stadt sich anpassen, ohne unnötig zu expandieren. Grünen und Wirtschaftsvertreter sehen in diesen Schritten die Grundlage für eine stabilere und besser abgestimmte wirtschaftliche Entwicklung.






