Solingens Lieferkontor öffnet 2026 öfter und erzählt die Geschichte der Liewerfrauen
Friedl RädelSolingens Lieferkontor öffnet 2026 öfter und erzählt die Geschichte der Liewerfrauen
Solingens historisches Lieferkontor öffnet 2026 häufiger seine Türen und gibt Besuchern tieferen Einblick in die industrielle Vergangenheit der Stadt. Der Ort, einst ein zentraler Umschlagplatz für die Liewerfrauen – jene Frauen, die Waren zu Fuß auslieferten –, wird künftig längere Öffnungszeiten und geführte Veranstaltungen anbieten. Geplant ist zudem eine besondere Wanderung entlang des Liewerfrauenwegs, eines 15 Kilometer langen Rundwegs, der die ursprünglichen Routen der Frauen nachzeichnet.
Im Lieferkontor legten die Liewerfrauen einst ihre schweren Lasten ab und erhielten ihren Lohn. Die Frauen, die Körbe voller Scherenteile und Messerklingen durch Europa trugen, übten ihren Beruf bis ins 19. Jahrhundert aus – bis die Industrialisierung das Ende dieser Tradition einläutete. Solingen bildete eine Ausnahme: Hier waren die Liewerfrauen noch bis in die 1930er-Jahre unterwegs.
Stadtverantwortliche und der Förderverein des Industriemuseums wollen den Standort nun zugänglicher machen. Von März bis Oktober öffnet das Lieferkontor an fünf Terminen jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr: am Sonntag, dem 22. März; Donnerstag, dem 14. Mai; Samstag und Sonntag, dem 11. und 12. Juli; sowie am Sonntag, dem 13. September. Zudem leitet der ortskundige Guide Lutz Peters an vier zusätzlichen Sonntagen – dem 19. April, 21. Juni, 16. August und 18. Oktober – jeweils von 11:00 bis 13:00 Uhr durch die Räumlichkeiten.
Eine geführte Wanderung findet am 19. April um 13:00 Uhr statt. Startpunkt ist das Gründerzentrum; von dort aus folgt die Gruppe einem Abschnitt des Liewerfrauenwegs bis nach Wipperkotten. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Der Weg selbst ist eine 15 Kilometer lange Rundtour, die wichtige Stätten der Solinger Industriegeschichte verbindet – darunter die Hendrichs-Hammerschmiede und weitere Museumsstandorte.
Das Lieferkontor ist einer von mehreren Standorten des dezentralen Industriemuseums Solingen. Zusammen mit der Hendrichs-Schmiede und Wipperkotten lässt es die Vergangenheit der Stadt lebendig werden. Die Veranstalter suchen derzeit Freiwillige, um ihr Engagement auszubauen.
Die erweiterten Öffnungszeiten und geführten Angebote ermöglichen es mehr Menschen, die Geschichte der Liewerfrauen zu entdecken. Das Lieferkontor und sein Weg bieten eine direkte Verbindung zu Solingens einzigartigem industriellen Erbe. Besucher können hier vom Alltag der Frauen erfahren und die bis heute spürbaren Traditionen der Stadt nachvollziehen.






