Schalke-Fans protestieren gegen Tönnies' umstrittene Ehrenpräsidentschaft in Gelsenkirchen
Kunigunde SegebahnSchalke-Fans protestieren gegen Tönnies' umstrittene Ehrenpräsidentschaft in Gelsenkirchen
Schalke-Fans protestieren am 7. Februar 2026 gegen Clemens Tönnies in Gelsenkirchen
Am 7. Februar 2026 haben Fans des FC Schalke 04 in Gelsenkirchen gegen Clemens Tönnies, den ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden des Vereins, protestiert. Auslöser waren Pläne, ihn als Ehrenpräsidenten wieder einzusetzen – ein Vorhaben, das alte Wut über seinen umstrittenen Abgang im Jahr 2020 neu entfachte. Im Stadion prangten Transparente mit Parolen wie "Keine Ehre für Rassisten", die die anhaltende Verbitterung vieler Anhänger widerspiegelten.
Tönnies hatte Schalke 2020 nach Vorwürfen wegen rassistischer Äußerungen und finanzieller Fehlentscheidungen während der Corona-Krise verlassen. Sein Rücktritt fiel mit dem Abstieg des Teams zusammen und hinterließ einen bleibenden Makel an seinem Ruf. Obwohl er weiterhin Minderheitsanteile am Verein hält, hat sich sein Image bis Anfang 2026 nicht erholt.
Die jüngsten Proteste brachen aus, nachdem die Idee einer Rückkehr Tönnies' als Ehrenpräsident bekannt wurde. Fans hielten Schilder mit Aufschriften wie "Tönnies: Raus aus Schalke, raus aus unserem Leben" hoch und skandierten gegen eine mögliche Rückkehr. Der Verein rief unterdessen zu Einheit und respektvollem Dialog auf, erkannte die Frustration der Anhänger an, verurteilte aber persönliche Angriffe.
Die aktuelle Führung von Schalke betonte die Verpflichtung des Clubs zu Vielfalt und antidiskriminierenden Werten. Gleichzeitig kritisierten ehemalige Trainer, Vorstandsmitglieder und Sponsoren die Proteste und deuteten mögliche rechtliche Schritte an. Tönnies selbst wies die Kritik zurück: "Ich habe Jahrzehnte lang diesen Verein aufgebaut, und jetzt glaubt eine Handvoll Leute, sie könnten bestimmen, wer dazugehört und wer nicht?"
Die Demonstrationen zeigen, wie tief die Spaltung zwischen der Schalke-Fanszene und ihrem früheren Führungskräft ist. Tönnies bleibt eine polarisierende Figur, und ein Weg zur Versöhnung ist nicht in Sicht. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, die Stimmung der Anhänger mit internen Entscheidungsprozessen in Einklang zu bringen.






