RWE setzt auf grünen Wasserstoff und stärkt seine Position trotz Gas-Krise
Angelo ReuterRWE setzt auf grünen Wasserstoff und stärkt seine Position trotz Gas-Krise
RWE treibt seine Pläne zum Ausbau der Kapazitäten für grüne Wasserstoff voran, während es sich gleichzeitig auf einem angespannten Gasmarkt in Deutschland behauptet. Das Unternehmen hat mit der Inbetriebnahme eines großen Elektrolyseurs in Lingen begonnen – ein wichtiger Schritt in seiner Wende hin zu alternativen Energien. Unterdessen haben Finanzanalysten ihre Gewinnprognosen angehoben, und das Unternehmen führt sein Aktienrückkaufprogramm fort.
Im Januar 2026 nahm RWE in Lingen einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 100 Megawatt in Betrieb, eine der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Europa. Die Anlage ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Wasserstoffproduktion bis 2027 auf 300 MW auszubauen. Langfristige Lieferverträge mit Industriepartnern wie TotalEnergies unterstützen dieses Vorhaben.
Der deutsche Gasmarkt bleibt unter Druck, da die Lagerbestände weiterhin unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen. Allerdings haben neue Flüssiggas-Terminals an Nord- und Ostsee dazu beigetragen, die akuten Versorgungsrisiken zu mildern. RWE verringert schrittweise seine Abhängigkeit von herkömmlichem Gas, indem es in sauberere Alternativen investiert. Auf finanzieller Ebene hat die UBS ihr Kursziel für RWE auf 55 Euro angehoben und die Einstufung "Kaufen" beibehalten. Analystin Wanda Serwinowska passte zudem die Gewinnprognosen für die Jahre 2025 bis 2028 nach oben an. Als Gründe nannte sie mehrere potenzielle Treiber für den Aktienkurs im Jahr 2026. Das Unternehmen selbst setzte sein Rückkaufprogramm im Januar fort und erwarb 1.797 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 41,18 Pfund – ein Volumen von rund 74.000 Pfund.
RWEs Expansion in den Bereich grüner Wasserstoff und alternative Energien erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Herausforderungen im Gassektor. Mit verbesserten Finanzprognosen und einer klaren Strategie zur Verringerung der Gasabhängigkeit positioniert sich das Unternehmen für langfristiges Wachstum. Die nächste Phase der Wasserstoffentwicklung wird zeigen, wie gut es RWE gelingt, die Ziele der Energiewende mit den Marktrealitäten in Einklang zu bringen.






