22 March 2026, 10:29

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in ehemalige Braunkohletagebaue leiten – doch Kritik wächst

Ein detaillierter alter Plan der Rhine in Deutschland, der Flüsse, Städte und Gewässer zeigt, mit Text oben und unten, der geografische Informationen bereitstellt.

Riesige Pipeline soll Rheinwasser in ehemalige Braunkohletagebaue leiten – doch Kritik wächst

Ein gewaltiges Pipeline-Projekt hat begonnen, ehemalige Braunkohletagebaue in Nordrhein-Westfalen mit Rheinwasser zu fluten. Das 45 Kilometer lange Leitungssystem, bestehend aus 10.000 Rohren, soll die ehemaligen Abbaugebiete langfristig in Seen für Tourismus und Naturschutz verwandeln. Doch Kritiker warnen vor Umweltgefahren und langfristigen Kosten, falls das Vorhaben scheitert.

Offiziell gestartet wurde das Projekt mit einem Spatenstich in Elsdorf am Rand des Tagebaus Hambach. Ab 2030 soll das Rheinwasser die Grube Hambach füllen, gefolgt vom Tagebau Garzweiler 2036 und dem Tagebau Inden im selben Jahr. Der Energiekonzern RWE, der hinter dem Projekt steht, bezeichnet die Pipeline als Zeichen seines Engagements für die Zukunft der Region.

Die Pläne, Wasser in den Tagebau Hambach einzuleiten, bedürfen jedoch noch der Genehmigung. Die Bezirksregierung Arnsberg will das Verfahren im Herbst dieses Jahres einleiten. Die endgültige Erlaubnis zur Wasserfreigabe wird frühestens im Herbst 2026 erteilt – vorausgesetzt, der Pipeline-Bau erhält im Januar 2026 grünes Licht. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung koordiniert die Entnahme von Rheinwasser, um Engpässe zu vermeiden.

Umweltschutzorganisationen wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Verunreinigungen. Sie fürchten, dass "ewige Chemikalien" wie PFAS die neuen Seen belasten könnten. Der Projektkritiker Andreas Büttgen warnt, RWE könnte sich zurückziehen und die Steuerzahler mit den langfristigen Folgekosten allein lassen. Zudem fordert er strengere Kontrollen und eine bessere Reinigung des Rheinwassers, bevor es in die Gruben geleitet wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Nachfrage nach Wasser steigt zusätzlich, da Microsoft in der Nähe ein großes Rechenzentrum baut und damit die lokalen Ressourcen weiter belastet. Trotz der Kritik betont RWE, die Pipeline werde neue Freizeitgebiete und Lebensräume schaffen, wo einst Tagebaue lagen.

Die Leitung wird Rheinwasser durch 10.000 Rohre transportieren, von denen einige über zwei Meter breit sind. Bei Genehmigung beginnt die erste Flutung eines Tagebaus in sechs Jahren. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, industrielle Bedürfnisse, Umweltsicherheit und die regionalen Wasserressourcen in Einklang zu bringen.

Quelle