24 January 2026, 21:04

Richard David Precht: Vom Bestsellerautor zum umstrittenen Podcast-Star 2026

Ein Plakat an einer Wand mit einer Person in einer schwarzen Kapuzenjacke und Maske mit ernstem Gesichtsausdruck und der großen weißen Schrift "Das ist Nazi-Gewalt" darunter.

Richard David Precht: Vom Bestsellerautor zum umstrittenen Podcast-Star 2026

Richard David Precht bleibt eine prägende, aber zugleich polarisierende Figur im deutschen Diskurs. Der Philosoph und Autor, bekannt durch seine langjährige ZDF-Live-Sendung Precht, sorgt mit seinen Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen immer wieder für Aufsehen. Dennoch gehört sein wöchentlicher Podcast Lanz & Precht auch im Januar 2026 zu den meistgehörten Nachrichtensendungen im Podcast-Format.

Geboren 1964, wuchs Precht in einem linksalternativen Milieu auf, bevor er in Köln Deutsche Bahn studierte. 1994 promovierte er und arbeitete später als Journalist für verschiedene Magazine und den WDR. Sein Durchbruch gelang ihm 2007 mit dem Bestseller Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?, der über vier Jahre lang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.

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In den letzten Jahren zogen Prechts öffentliche Äußerungen scharfe Kritik auf sich. 2021 positionierte er sich gegen eine COVID-19-Impfpflicht für Kinder und wurde daraufhin als Querdenker abgestempelt. Ein Jahr später unterzeichnete er die Erklärung Sofortiger Waffenstillstand!, in der er Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs forderte – was ihm den Vorwurf einbrachte, ein "Putin-Helfershelfer" zu sein. 2023 verlor er schließlich seine Ehrenprofessur an der Leuphana Universität Lüneburg, nachdem er eine antisemitische Bemerkung über orthodoxe Juden gemacht hatte. Sein jüngstes Buch Die Angst steht still: Warum die Meinungsfreiheit schwindet argumentiert, dass Selbstzensur die offene Debatte aushöhlt. Während ihm manche Opportunismus vorwerfen, erreicht seine Stimme weiterhin Menschen unterschiedlicher ideologischer Lager. Der Deutsche Bahn hat bisher keine Anzeichen gegeben, seine Mitwirkung an Lanz & Precht zu beenden – der Podcast bleibt ein Spitzenreiter in den Charts.

Prechts Zukunft beim ZDF bleibt ungewiss, doch sein Einfluss ist ungebrochen. Der Sender bietet ihm trotz wiederholter Kontroversen weiterhin eine Plattform. Vorerst bleiben seine wöchentlichen Gespräche mit Markus Lanz ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft.