Orangene Bank in Bergisch Gladbach mahnt Gewalt gegen Frauen an
Ein leuchtend oranger Bank steht nun an der Buchmühlenstraße in Bergisch Gladbach – ein sichtbarer Protest gegen Gewalt an Frauen. Die Installation ist ein lokaler Beitrag zur weltweiten UN-Kampagne Orange the World, die darauf aufmerksam macht, wie tief diese Gewalt in der Gesellschaft verwurzelt ist. Vertreterinnen aus Politik und Aktivistinnen trafen sich zur Einweihung, um auf die Dringlichkeit des Themas hinzuweisen – angesichts steigender Opferzahlen in ganz Deutschland.
Das Projekt Orange Bank ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Allgemeinen Frauenberatungszentrum für den Rheinisch-Bergischen Kreis und dem städtischen Büro für Gleichstellung. Magdalene Holthaus vom Beratungszentrum betonte, dass Gewalt gegen Frauen kein Einzelschicksal, sondern ein gesellschaftliches Versagen sei. Ihre Worte unterstrichen die Kernbotschaft der Kampagne: Solche Übergriffe sind alltägliche Realität, keine seltene Ausnahme.
Aktuelle Statistiken verdeutlichen das Ausmaß der Krise. Judith Klaßen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, verwies auf rund 266.000 Opfer häuslicher Gewalt allein im Jahr 2022 in Deutschland. Die Zahlen zwingen Kommunal- und Landespolitiker zum Handeln. Tülay Durdu, SPD-Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen, warnte, dass die Unterstützungssysteme gefährlich überlastet seien. 2023 mussten drei Viertel der schutzsuchenden Frauen wegen Platzmangels abgewiesen werden. Die Bank – als dauerhafte Installation – dient sowohl als Mahnmal als auch als Aufruf zum Handeln. Ihre auffällige Farbe soll Blicke auf sich ziehen und Passantinnen und Passanten mit einem Thema konfrontieren, das oft verdrängt wird. Durch die Platzierung im öffentlichen Raum hoffen die Initiatorinnen, Gespräche anzustoßen und den Druck für bessere Schutzmaßnahmen zu erhöhen.
Die Enthüllung der Orangen Bank fällt in eine Phase, in der lokale Behörden und Initiativen vehement mehr Ressourcen fordern. Angesichts überfüllter Frauenhäuser und steigender Opferzahlen will die Aktion die Politik weiter in die Pflicht nehmen. Die Hoffnung ist, dass die größere Sichtbarkeit zu konkreten Veränderungen führt – damit mehr betroffene Frauen die Hilfe erhalten, die sie dringend benötigen.






