Ohligs-Tunnel in Solingen: Bürgerinitiative fordert radikale Sanierung oder Fußgängerbrücke
Angelo ReuterOhligs-Tunnel in Solingen: Bürgerinitiative fordert radikale Sanierung oder Fußgängerbrücke
Die Debatte um den Ohligs-Tunnel in Solingen hat in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen. Seit 2020 stehen Sicherheitsbedenken und der zunehmende Verfall des Bauwerks im Mittelpunkt der Diskussion. Nun fordert der Bundesverband der Bürgerinitiativen (BfS) eine grundlegende Sanierung – mit Sofortmaßnahmen und langfristigen Lösungen.
Die Initiative hat einen detaillierten Plan vorgelegt, der Reinigungsarbeiten, Reparaturen und sogar den radikalen Vorschlag umfasst, den Tunnel durch eine Fußgängerbrücke zu ersetzen.
Ernsthafte Gespräche über die Zukunft des Tunnels begannen vor fünf Jahren. Bürgergruppen, darunter die Bürgerinitiative Ohligs-Tunnel, organisierten Petitionen und Proteste, um Handlungsdruck aufzubauen. Die Stadt reagierte 2022 mit einer Machbarkeitsstudie. Zwei Jahre später wurden 5 Millionen Euro für Notinstandsetzungen bereitgestellt, und bis Ende 2025 kündigte die Verwaltung eine Komplettsanierung an – mit Fertigstellung bis 2028. Doch die geschätzten Kosten von über 20 Millionen Euro sorgten für weitere Kontroversen.
Der BfS schlägt nun eine dreistufige Strategie vor. Kurzfristig fordert er eine Grundreinigung des Tunnels, die Reparatur defekter Lampen sowie regelmäßige Graffiti-Entfernung. Zudem betont die Initiative die Notwendigkeit sozialer Hilfsangebote für Obdachlose, bevor strengere Regeln durchgesetzt werden.
Für die mittelfristige Perspektive schlägt der Verband Pilotprojekte vor: verbesserte Licht-Installationen, Soundinstallationen und genehmigte Überdachungen am östlichen Ausgang. Auch der Einsatz von Videoüberwachung wird geprüft.
Langfristig strebt der BfS den Ersatz des Tunnels durch eine barrierefreie Fuß- und Radwegbrücke an. Eine von einer Universität unterstützte Machbarkeitsstudie soll klären, ob dieses Vorhaben umsetzbar ist. Parallel dazu soll der Vorplatz des östlichen Bahnhofs umgestaltet werden, um den städtischen Verkehrsfluss zu optimieren.
Damit die Veränderungen nachhaltig wirken, pocht der BfS auf eine konsequentere Kontrolle durch Polizei und Stadtverwaltung. Ziel ist ein ausgewogener Ansatz, der Sicherheit, Sauberkeit und soziale Verantwortung vereint.
Der Plan des BfS umfasst schnelle Lösungen, mittelfristige Tests und eine langfristige Vision für den Ohligs-Tunnel. Werden die Vorschläge umgesetzt, könnten sie die Infrastruktur und Sozialpolitik der Region nachhaltig verändern. Nun muss die Stadt über Finanzierung, Umsetzung und die weitere Verfolgung der Brücken-Idee entscheiden.






