14 February 2026, 09:22

NRW reformiert Kitas: Kernzeit-Modell soll Fachkräftemangel lindern

Ein Plakat mit Text, der für den American Rescue Plan wirbt, um die Kinderarmut in den USA zu halbieren, mit einer Gruppe von Menschen darauf.

NRW reformiert Kitas: Kernzeit-Modell soll Fachkräftemangel lindern

Nordrhein-Westfalen plant Reform der Kinderbetreuung mit neuem Kinderbildungsgesetz

Nordrhein-Westfalen will sein Kinderbetreuungssystem mit einem neuen Kinderbildungsgesetz grundlegend reformieren. Das geplante Gesetz führt in Kitas eine "Kernzeit"-Betreuung ein, um dem anhaltenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Kinderministerin Verena Schäffer verteidigte die Änderungen und forderte mehr Verlässlichkeit im Bereich der frühkindlichen Betreuung.

Die Reform sieht vor, dass Kitas ihr Stammpersonal für fünf "Kernstunden" pro Tag einsetzen. Für die verbleibenden "Randzeiten" würden ergänzende Kräfte mit einer etwas kürzeren Ausbildung eingesetzt. Dieses zweigliedrige Modell soll den Druck auf qualifiziertes Personal verringern, ohne die grundlegende Betreuungsqualität zu gefährden.

Kritiker warnen jedoch, dass die Neuerungen die Gesamtqualität der Kinderbetreuung schwächen könnten. Sie verweisen auf Erfahrungen aus anderen Bundesländern, wo ähnliche Kernzeit-Modelle zu kürzeren Öffnungszeiten und geringerer Zufriedenheit der Eltern führten. Schäffer betont hingegen, dass das aktuelle System nicht mehr tragbar sei und dringend reformiert werden müsse.

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Die neuen Regelungen würden Kita-Trägern zudem eine Notlösung bei Personalengpässen bieten. Ergänzungskräfte müssten zwar pädagogisch qualifiziert sein, benötigten aber nur zwei statt drei Jahre Ausbildung. Studien aus Ländern wie Schweden und Dänemark zeigen, dass gut umgesetzte Kernzeit-Modelle die Personalverfügbarkeit und -qualität verbessern können – auch wenn die Ergebnisse in Deutschland bisher gemischt ausfielen.

Das Gesetzesvorhaben steht nun vor weiteren Beratungen, bevor es in Kraft treten kann. Bei einer Verabschiedung würde es die Personalplanung und den Tagesablauf in nordrhein-westfälischen Kitas grundlegend verändern. Die Landesregierung hält die Reform für notwendig, um die Kinderbetreuung in der Region langfristig zu stabilisieren.