NRW lehnt Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin warnt vor Tierstress und Kosten
Kunigunde SegebahnKeine generelle Stallpflicht für Geflügel in NRW - NRW lehnt Stallpflicht für Geflügel ab – Ministerin warnt vor Tierstress und Kosten
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat Forderungen nach einer verpflichtenden Stallhaltung für Geflügel in Nordrhein-Westfalen abgelehnt. Die Entscheidung fällt inmitten des Drucks durch den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).
Der ZDG setzt sich bundesweit für eine verbindliche Umstellung auf reine Stallhaltung ein und bezeichnet diese Maßnahme als eine der obersten Prioritäten für die Politik. Ministerin Gorißen bleibt jedoch ablehnend und argumentiert, dass eine solche Regelung unnötigen Stress für Tiere bedeuten würde, die an Auslauf gewöhnt sind.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin hat klargestellt, dass die Seuchenprävention bei Nutztieren in die Zuständigkeit der Länder fällt. Mögliche Regeländerungen müssten regionale Unterschiede berücksichtigen, da die Bedingungen in Deutschland stark variieren. Gorißen warnte zudem, dass kleine Betriebe durch angepasste Haltungsvorgaben erhebliche finanzielle Belastungen tragen müssten.
Die Debatte dreht sich um den Ausgleich zwischen Krankheitsvorsorge, Tierschutz und wirtschaftlicher Machbarkeit. Während die Geflügelbranche strengere Kontrollen fordert, prüfen Politiker die Auswirkungen auf Landwirte und Viehbestände.
Nordrhein-Westfalen wird vorerst keine pauschale Stallpflicht für Geflügel einführen. Die Entscheidung belässt die Verantwortung bei den Landesregierungen und lässt Raum für regionale Anpassungen. Landwirte und Tierschutzverbände werden die weitere Entwicklung genau beobachten.






