06 January 2026, 07:20

NRW diskutiert landeseigene Bahngesellschaft für besseren Regionalverkehr

Ein Zug auf einem Bahngleis mit Menschen, die links stehen und ein Dach oben im Bild.

NRW Stadtverordnetenversammlung für ein landeseigenes Bahnunternehmen - NRW diskutiert landeseigene Bahngesellschaft für besseren Regionalverkehr

Städtetag NRW schlägt landeseigene Bahngesellschaft für Regionalverkehr vor

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen fordert eine grundlegende Reform des Regionalbahnverkehrs: Der Verband plädiert dafür, dass das Bundesland eine vollständig in staatlicher Hand befindliche Eisenbahngesellschaft für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) gründet. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Verkehrsminister Oliver Krischer die Zentralisierung der Netzsteuerung vorantreibt, um Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zu verbessern.

Hunderttausende Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen sind täglich auf Züge angewiesen – sei es für den Arbeitsweg, Reisen oder Freizeitaktivitäten. Das aktuelle System, das teilweise von kommunalen Trägern verwaltet wird, steht jedoch wegen Finanzierungslücken und Haftungsfragen in der Kritik.

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Der Städtetag argumentiert, eine bundesländereigene Gesellschaft böte die konsequenteste Lösung, falls die Landesregierung die volle Kontrolle über Planung, Betrieb und Servicegestaltung anstrebe. Gleichzeitig warnt der Verband, dass das Bundesland dann auch die volle finanzielle Verantwortung und Haftung übernehmen müsse – und nicht einfach Vorgaben machen dürfe, ohne die nötige Unterstützung zu leisten. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Städtetags, unterstützt den Vorschlag und verweist auf andere Bundesländer, in denen ähnliche Modelle bereits umgesetzt wurden.

Die kommunalen Träger bestehen hingegen auf finanzielle Spielräume, um ein fahrgastfreundliches System mit nahtlosen Anschlüssen, Mobilitätsdrehscheiben und Zusatzleistungen aufzubauen. Falls Städte und kommunale Verbünde weiterhin für den Nahverkehr zuständig bleiben, fordert der Städtetag ausreichende Mittel sowie Schutz vor Haftungsrisiken.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen landesweiter Steuerung und kommunalen Bedürfnissen im NRW-Bahnnetz. Zwar könnte eine bundesländereigene Gesellschaft die Abläufe vereinfachen – doch zunächst müssen Fragen der Finanzierung und Haftung geklärt werden. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Millionen Pendler den Regionalverkehr täglich erleben.