Nobelpreisträger und Künstler kämpfen für den Erhalt des Lateinunterrichts in Österreich
Ivan SchachtNobelpreisträger und Künstler kämpfen für den Erhalt des Lateinunterrichts in Österreich
Prominente Kampagne zum Erhalt des Lateinunterrichts in Österreich gewinnt an Fahrt
Eine vielbeachtete Initiative zum Schutz der Lateinbildung in Österreich hat an Dynamik gewonnen. Über 85 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – darunter drei Nobelpreisträger – haben eine Petition gegen geplante Kürzungen der Lateinstunden unterzeichnet. Unterdessen feierte in Hamburg eine mutige neue Oper zweier Unterstützer der Petition unter großem Kritikerlob Weltpremiere.
Die unter dem Titel "Latein ist kein Luxus – es ist Bildung" veröffentlichte Petition wurde auf der Plattform #aufstehn gestartet. Zu den Unterzeichnern zählen der Nobelpreisträger für Literatur Peter Handke, die Komponistin Olga Neuwirth sowie der Bariton Georg Nigl, der kürzlich mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2025 als "Sänger des Jahres" ausgezeichnet wurde. Daneben engagieren sich die Dramatikerin Elfriede Jelinek, führende Mediziner, Theaterregisseure und Politiker für die Sache. In einem Schreiben an Bildungsminister Christoph Wiederkehr protestieren sie gegen die geplante Reduzierung des Lateinunterrichts von zwölf auf acht Wochenstunden pro Schulzyklus, die ab 2027/28 in Kraft treten soll.
Während die Kampagne an Fahrt aufnahm, präsentierten Neuwirth und Jelinek in der Hamburger Staatsoper ihre jüngste Zusammenarbeit: "Monsters Paradise". Das Werk, das als grotesk und zugleich tiefgründig beschrieben wird, verdichtet seine Figuren zu messerscharfen musikalischen Sprachen. Unter der Leitung von Titus Engel meisterte das Staatsorchester die anspruchsvollen Partiturvorgaben der Komponistin mit Präzision.
Das von Jelinek verfasste Libretto gewährt Einblicke in die kreativen Welten beider Künstlerinnen. Auf der Bühne spinnen zwei "Vampirinnen" intrigante Pläne, um die Welt vor Krieg und Klimakatastrophe zu retten, während das monströse Ungeheuer Gorgonzilla schließlich den schurkischen "König-Präsidenten" – dargestellt von Nigl – verschlingt. Die Premiere erntete durchweg begeisterte Reaktionen und festigte den Ruf des Werks als gewagten, aber gelungenen Beitrag zur zeitgenössischen Oper.
Die Petition steht nun für eine geschlossene Front gegen die geplanten Lateinreformen, gestützt von einigen der einflussreichsten Stimmen Österreichs. Gleichzeitig hat "Monsters Paradise" von Neuwirth und Jelinek ihren Ruf als furchtlose Innovatorinnen der Kunstszene weiter gefestigt. Sowohl die Kampagne als auch die Oper spiegeln die anhaltende Debatte über kulturelle und bildungspolitische Werte im Land wider.






