Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 100 Millionen Euro Umsatz in Gefahr
Angelo ReuterMediengruppe Stein meldet Insolvenz – 100 Millionen Euro Umsatz in Gefahr
Die Mediengruppe Stein, Deutschlands zweitgrößter Fachmedien-Distributor, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das 250 Mitarbeiter beschäftigt, setzt damit rund 100 Millionen Euro Umsatz aufs Spiel. Achtzehn Tochtergesellschaften, darunter bekannte Namen wie Solon und Delbanco, haben ebenfalls Insolvenzverfahren eingeleitet.
Der Zusammenbruch begann am 17. September, als die A. Stein'sche Buchhandlung, eine Tochter mit 80 Mitarbeitern, als Erste Insolvenz beantragte. Dies löste eine Welle weiterer Anträge in der gesamten Gruppe aus. In den vergangenen Jahren hatte Stein durch die Übernahme kleinerer Buchhandlungen, großer Dienstleister und spezialisierter Bibliotheksausstatter expandiert. Doch die Integration dieser Unternehmen – ob in Betrieb, Technik oder Personal – gestaltete sich als schwierig.
Steins Probleme spiegeln jene des Konkurrenten Schweitzer Fachinformationen wider, der ebenfalls mit der Zusammenführung erworbener Firmen kämpfte. Die plötzliche Insolvenz sendet Schockwellen durch die Branche. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, warnte vor weitreichender Verunsicherung, da Lieferanten und Partner ihre Positionen neu bewerten müssten.
Branchenbeobachter, darunter Börsenblatt Plus, weisen darauf hin, dass die Folgen den Zugang zu Handelsdaten, digitalen Archiven und E-Papers beeinträchtigen. Da Steins Marktanteil nun in Bewegung gerät, müssen Konkurrenten und Kunden sich gleichermaßen an eine sich rasant verändernde Landschaft anpassen.
Die Insolvenzverfahren betreffen das Kerngeschäft von Stein sowie 18 Tochtergesellschaften – von Solon bis Albert Müller. Die Lücke von 100 Millionen Euro Umsatz birgt sowohl Risiken als auch Chancen für Mitbewerber. Marktteilnehmer werden nun gespannt verfolgen, wie die Verwalter über das weitere Vorgehen mit den Vermögenswerten und der Belegschaft des Konzerns entscheiden.






