12 February 2026, 17:41

Mainzer Faschingsrevue schreibt Geschichte mit erster weiblicher Programmleitung

Ein Plakat für ein Festival in Deutschland, das eine Frau in einem langen, wallenden Kleid mit einem Dutt und einen Teufel mit Hörnern und Schwanz zeigt, der sich um sie schlängelt, mit leuchtenden Farben von Blau, Grün und Gelb.

Frauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Faschingsrevue schreibt Geschichte mit erster weiblicher Programmleitung

Die "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht"-Faschingsrevue hat in diesem Jahr Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrhunderten führte mit Christina Grom eine Frau durch das Programm. Gleichzeitig markierte die Veranstaltung Jürgen Wiesmanns 25. Auftritt in der Rolle des beliebten Karnevalscharakters Ernst Lustig.

Die traditionsreiche Revue, bekannt für ihre scharfe politische Satire, hat sich über die Jahrzehnte gewandelt. War sie einst eine Domäne männlicher Stimmen, sind in den jüngsten Ausgaben vermehrt Frauen und jüngere Künstlerinnen und Künstler zu sehen. Die diesjährige Show nahm prominente Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Friedrich Merz und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aufs Korn.

Christina Grom wurde als erste Frau in der 198-jährigen Geschichte der Revue zur Programmleiterin. Mit beißendem Spott richtete sie sich gegen politische Schwergewichte wie Merz und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Besonders Gesprächsstoff lieferte ihr Vorschlag, im Himmel solle man Donald Trumps Ego mit der Gutenberg-Bibel "zusammenstauchen".

Die Tradition der politischen Satire im Mainzer Karneval reicht bis in die Nachkriegszeit zurück. Frühere Shows verspotten etwa Konrad Adenauer mit subversivem Humor. Im Laufe der Zeit hat sich die Revue verändert – heute fließen mehr weibliche Perspektiven und ein Generationswechsel ein. In den letzten Jahren wurden die Ereignisse des vergangenen Jahres in Sketchen aufgegriffen, die Humor mit gesellschaftlicher Kritik verbinden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Jürgen Wiesmann kehrte als Ernst Lustig auf die Bühne zurück, eine Figur, die er seit 25 Jahren verkörpert. Seine Darstellung bleibt ein Publikumsliebling und verleiht der sich ständig weiterentwickelnden Show Kontinuität. Andreas Schmitt, der trotz einer gesundheitsbedingten Pause 2025 die Moderation übernahm, schloss die Veranstaltung in seiner Rolle als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms ab.

Der Mix aus Tradition und Innovation hält die Revue relevant. Von den frühen Tagen männlich geprägter Satire bis zum heutigen inklusiveren Ansatz spiegelt die Show sowohl lokale Kultur als auch übergreifende politische Strömungen wider.

Die diesjährige Ausgabe von Mainz bleibt Mainz brach mit Groms Führung neues Terrain und festigte ihren Ruf als mutige Satirebühne. Die Verbindung von Geschichte und modernem Humor sichert ihr einen festen Platz in den Faschingsfeierlichkeiten. Mit Wiesmanns Jubiläumsauftritt und Schmitts Rückkehr bleibt die Tradition so lebendig wie eh und je.