Lufthansa glänzt an der Börse – doch Triebwerke und Eurowings-Urteil belasten den Konzern
Angelo ReuterLufthansa glänzt an der Börse – doch Triebwerke und Eurowings-Urteil belasten den Konzern
Lufthansa kämpft trotz starkem Aktienkursanstieg mit operativen und rechtlichen Herausforderungen
Trotz eines deutlichen Anstiegs des Aktienkurses in diesem Jahr sieht sich die Lufthansa weiterhin mit operativen und rechtlichen Problemen konfrontiert. Die Airline hat nach wie vor mit stillgelegten Flugzeugen zu kämpfen, die auf einen Mangel an Triebwerken zurückzuführen sind. Gleichzeitig wurde ihrer Tochtergesellschaft Eurowings untersagt, in der Werbung irreführende Angaben zur Klimaneutralität zu machen. Unterdessen plant das Unternehmen, die Buchungsgebühren im kommenden Jahr zu erhöhen.
Aufgrund von Engpässen bei Ersatzteilen und Triebwerken des Zulieferers Pratt & Whitney bleiben täglich etwa 20 Lufthansa-Maschinen am Boden. Konzernchef Carsten Spohr warnte, dass sich dieses Problem voraussichtlich mindestens bis Ende des Jahrzehnts hinziehen werde.
In einem separaten Fall urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass die Werbung von Eurowings – wonach Flüge gegen einen Aufpreis von 9 Euro "klimaneutral" gebucht werden könnten – irreführend sei. Dieses Urteil folgt auf eine ähnliche Verwarnung, die H&M im vergangenen Jahr wegen eigener CO₂-bezogener Marketingaussagen erhalten hatte. Trotz dieser Rückschläge ist der Lufthansa-Aktienkurs seit Januar um 33,39 Prozent auf 8,21 Euro gestiegen und nähert sich damit dem 52-Wochen-Hoch von 8,33 Euro. Analysten von JPMorgan stufen die Aktie jedoch weiterhin mit "Neutral" ein und setzen das Kursziel bei 7,50 Euro an. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Lufthansa zudem die Distribution Cost Charge (DCC) für Buchungen über globale Reservierungssysteme um 0,50 Euro pro Ticket erhöhen.
Obwohl die finanzielle Performance des Konzerns solide bleibt, erhöhen operative Einschränkungen und gerichtliche Entscheidungen den Druck. Angesichts der anhaltenden Triebwerksprobleme und der bevorstehenden Gebührenerhöhungen steht die Lufthansa vor kurz- und langfristigen Herausforderungen. Das Urteil zu den Eurowings-Werbekampagnen unterstreicht zudem die zunehmende regulatorische Überprüfung von Umweltaussagen in der Luftfahrtbranche.






