Licht, Musik und junge Menschen: Ein Gottesdienst wie ein Rockkonzert
Kunigunde SegebahnLicht, Musik und junge Menschen: Ein Gottesdienst wie ein Rockkonzert
Die St.-Petri-Kirche in Tiefenort war am 1. Februar 2025 bis auf den letzten Platz gefüllt – beim Licht für alle-Gottesdienst. Überraschend viele junge Menschen strömten in die Kirche und widerlegten damit alle Erwartungen. Drinnen herrschte eine Atmosphäre, die eher an ein intimes Clubkonzert als an eine klassische Andacht erinnerte.
Der Gottesdienst entfaltete sich wie eine Reise, die alltagsdramatische Szenen mit Passagen aus der biblischen Offenbarung verband. Statt Orgelmusik spielte die Band The Quiet Side eine Mischung aus eigenkomponierten Liedern, geistlichen Chorälen, Beatles-Klassikern und ostdeutschen Rockballaden. Pfarrer Thomas Volkmann griff sogar selbst zum Keyboard und schuf so eine Brücke zwischen rockiger Energie und spiritueller Besinnung.
Der emotionale Höhepunkt war ein Kerzenritual: Die Besucher entzündeten einen großen schmiedeeisernen Fisch, jede Flamme stand für persönliche Hoffnungen und Gebete. Volkmanns Predigt kreiste um das Licht als Kraft, die Ängste vertreibt und Verwandlung möglich macht.
Nach dem Gottesdienst hielten viele sich noch lange vor der Kirche auf – dank der offenen Türpolitik. Die Gespräche zogen sich bis in den Abend hinein und festigten das Gemeinschaftsgefühl unter den Anwesenden.
Offizielle Zahlen zur Besucherzahl oder den Gründen für den großen Andrang wurden nicht veröffentlicht. Doch die Verbindung aus Musik, Ritual und offenem Dialog hinterließ Spuren. Der Licht für alle-Gottesdienst zeigte, wie eine Kirche zu einem Ort des Glaubens und der Begegnung werden kann.






