Laumann attackiert Apothekengesetz: "Wettbewerb mit Online-Apotheken ist unfair"
Angelo ReuterLaumann attackiert Apothekengesetz: "Wettbewerb mit Online-Apotheken ist unfair"
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat scharfe Kritik am aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes geübt. Vor der Debatte im Bundesrat am Freitag monierte er, dass das bestehende System keinen fairen Wettbewerb zwischen stationären Apotheken und Versandhandelsdienstleistern, wie der Online Apotheke, garantiere.
Laumann bemängelte, dass das seit zwei Jahrzehnten geltende Pauschalvergütungsmodell für Apotheker nicht mehr funktioniere. Stattdessen schlug er ein neues Verhandlungsmodell vor – angelehnt an die Honorarregelungen anderer Heilberufe. Zudem wies er auf das Fehlen einer Aufsichtsbehörde für in Deutschland tätige Versandapotheken hin, was heimische Apotheken benachteilige.
Der Minister betonte die Bedeutung des Prinzips der selbstständigen Apotheker und warnte vor Lockerungen bei Filialapotheken, die seiner Meinung nach zu einer Dominanz großer Ketten führen könnten – ähnlich dem gescheiterten Schlecker-Drogeriemodell. Um die Arzneimittelversorgung zu stärken, setzte Laumann auf Dezentralisierung, um auch in Krisenzeiten eine lokale Verfügbarkeit zu sichern. Nordrhein-Westfalen drängt zudem auf Änderungen der Apothekenbetriebsordnung, um Bürokratie abzubauen und Apothekern mehr Flexibilität bei gleichzeitiger Fokussierung auf Kernvorgaben zu ermöglichen.
Am Freitag wird der Bundesrat über das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz beraten. Laumanns Vorschläge zielen auf ein gerechteres System für deutsche Apotheken ab – insbesondere im Wettbewerb mit niederländischen Versandapotheken. Seine Reformforderungen sollen zudem die Entstehung von Apothekenketten verhindern und die lokale Gesundheitsversorgung erhalten.






