Krefelds Finanzkrise stoppt Schulen, Schwimmbad und Rettungswachen auf unbestimmte Zeit
Friedl RädelKrefelds Finanzkrise stoppt Schulen, Schwimmbad und Rettungswachen auf unbestimmte Zeit
Krefeld steckt in einer tiefen Finanzkrise und muss wichtige Projekte verschieben sowie mit einem vorläufigen Haushalt arbeiten. Die Zentrale Gebäudewirtschaft (ZGM) hat Einsparungen angekündigt, doch selbst damit drohen 2026 noch Verluste. Ohne diese Maßnahmen wäre das Defizit deutlich höher ausgefallen.
Im Februar wird der Stadtrat den Finanzplan der ZGM prüfen – harte Entscheidungen stehen an, welche Vorhaben überhaupt noch umgesetzt werden können.
Mehrere Großprojekte sind bereits auf Eis gelegt worden, darunter das Bockumer Schwimmbad, die Glockenspitzhalle als Sporthalle und ein neues Verwaltungsgebäude am Theaterplatz. Auch dringende Sanierungen an Schulen wie die Erweiterungen der Kompass-Grundschule und des Gymnasiums am Stadtpark wurden gestoppt.
Die Pläne für neue Feuer- und Rettungswachen in Uerdingen, Hüls und im Westviertel wurden verschoben. Ebenso müssen die geplanten Kita-Neubauten an der Neuen Weg und in der Griesbacher Straße vorerst warten. Trotz der Kürzungen betont die ZGM, dass einige Prioritätsprojekte weiterlaufen – etwa der Bau der Veranstaltungshalle, die Eisbahnen an der Westparkstraße und die Sanierung des Stadttheaters.
Unberührt bleiben hingegen laufende Baumaßnahmen wie die Modernisierung des Stadtwaldhauses, die Tiefgarage unter dem Rathaus sowie die Aufwertung der Herberzhäuser-Anlagen in Uerdingen. Die ZGM macht deutlich: Strengere Priorisierung ist nun unverzichtbar – viele Investitionen müssen weiter aufgeschoben werden.
Die finanzielle Not in Krefeld ist kein Einzelfall, sondern spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Laut Deutschem Städtetag beläuft sich das Gesamtdefizit der Kommunen auf 31 Milliarden Euro. Während einige Städte wie Feldkirchen dank Bundeszuschüssen die Kosten im Griff haben, kämpfen andere – etwa der Landkreis Ansbach – mit der Finanzierung von Jugendhilfe, Schulen und Krankenhäusern.
Im Februar muss der Stadtrat über den Haushaltsplan 2026 entscheiden. Selbst mit den Einsparungen sind Verluste unvermeidbar – ohne die Gegenmaßnahmen wäre die Lage jedoch noch dramatischer. Nun geht es darum, unverzichtbare Leistungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig in den kommenden Jahren die Ausgaben weiter zu reduzieren.






