20 December 2025, 20:36

Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?

Ein Krankenhauszimmer mit mehreren Betten, die von Patienten belegt sind, Infusionsflaschen auf Ständern zwischen den Betten und eine Frau mit einer Tasche in der Nähe eines der Patienten.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams die Sicherheit von Gesundheitspersonal verbessern?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Personal schützen?

Zunehmende Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter: NRW-Kliniken testen Körperkameras als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.

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  1. Dezember 2025, 18:36 Uhr

Gewalttätige Übergriffe auf Krankenhauspersonal in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben seit 2017 um über 34 Prozent zugenommen. Als Reaktion darauf wird das Klinikum Dortmund ab Januar 2026 in Notaufnahmen und anderen Risikobereichen Bodycams testen. Der Schritt folgt wachsenden Sorgen um die Sicherheit der Beschäftigten und einem jüngsten Vorfall in Essen, bei dem sechs Mitarbeiter verletzt wurden.

Das Pilotprojekt im Dortmunder Klinikum wurde nach einer rechtlichen Prüfung im Jahr 2025 genehmigt. Das Landesgesundheitsministerium, der Datenschutzbeauftragte und der Betriebsrat unterstützten die Pläne. Die Testphase läuft drei Monate – mit der Hoffnung, dass die Kameras aggressives Verhalten abschrecken und im Ernstfall als Beweismittel dienen können.

Viele Krankenhäuser in NRW haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu verbessern: Einige setzen nachts Sicherheitskräfte ein, andere haben Namensschilder des Personals entfernt, um Risiken zu minimieren. Doch lange Wartezeiten und Patienten in Ausnahmesituationen – sei es durch Schmerzen, Alkohol- oder Drogeneinfluss oder schwere Erkrankungen – bleiben häufige Auslöser für gewalttätiges Verhalten.

Kritiker befürchten, dass Bodycams die Spannungen eher verschärfen als beruhigen könnten. Zudem wirft der Einsatz in medizinischen Einrichtungen datenschutzrechtliche Bedenken auf, da Aufnahmen die Vertraulichkeit von Patientendaten gefährden könnten. Dennoch ist das Klinikum Dortmund überzeugt, dass die Kameras zur Deeskalation beitragen und gleichzeitig das Personal schützen können.

Der Testbetrieb in Dortmund beginnt Mitte Januar 2026. Sollte er erfolgreich verlaufen, könnte er als Vorbild für andere Krankenhäuser mit ähnlichen Problemen dienen. Bis dahin bleiben Schulungen für Mitarbeiter und Sicherheitskräfte vor Ort zentrale Bausteine im Kampf gegen Gewalt in NRW-Kliniken.