Komiker Oleszczak verliert Fans durch AfD-Unterstützung und spaltet die Öffentlichkeit
Kunigunde SegebahnKomiker Oleszczak verliert Fans durch AfD-Unterstützung und spaltet die Öffentlichkeit
Der in Polen geborene Komiker Wojciech Oleszczak hat seine Unterstützung für die deutsche rechtsextreme AfD bekannt gegeben. Bekannt geworden durch seine umstrittene Figur Marek Fis, sieht er sich nun mit massiver Kritik von Fans, Freunden und sogar Familienmitgliedern wegen seiner politischen Haltung konfrontiert. Trotz der Vorwürfe bleibt Oleszczak unbeugsam und pocht auf sein Recht auf freie Meinungsäußerung.
Mit vier Jahren kam Oleszczak nach dem Tod seines Vaters nach Deutschland. Seine Mutter, eine polnische Agraringenieurin, fand nur schwer Arbeit und zog ihn und seinen Bruder allein groß, während sie in einem Pflegeheim arbeitete. Deutsch lernte er durchs Fernsehen, später entdeckte er in kleinen Clubs sein komödiantisches Talent und ersann die Figur Marek Fis – einen Charakter, der mit derben Witzen über polnische Handwerker, Hooligans und Autodiebe deutsche und polnische Klischees bediente.
Seine Comedy bewegte sich oft an der Grenze des Erträglichen und löste Debatten über politische Korrektheit aus. Doch hinter der Bühne kämpfte Oleszczak mit persönlichen Krisen. Nach einem Vertrag mit der Kölner Produktionsfirma Brainpool fühlte er sich künstlerisch eingeengt und verfiel dem Alkohol. Ein Entzug folgte, danach wandte er sich der ernsthaften Schauspielerei zu und wirkte in Heimatkrimis wie Kaiserschmarrndrama (2021) und Guglhupfgeschwader (2022) mit. Nun spaltet seine öffentliche Unterstützung für die AfD seine Fangemeinde: Einige jubeln ihm zu, andere sind entsetzt. Die Reaktionen sind hart – er wurde aus Chatgruppen ausgeschlossen, verlor Freunde und geriet in Familienstreit. Unbeeindruckt kündigte Oleszczak zudem an, bei den Wahlen in Polen die rechtsextreme Konfederacja-Partei zu wählen, mit Verweis auf angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Deutschland.
Seine politischen Äußerungen haben Oleszczak Beziehungen und Teile seines Publikums gekostet. Doch er zeigt keine Anzeichen von Einsicht und stellt seine Entscheidungen als Frage persönlicher Freiheit dar. Seine Karriere, einst auf Provokation aufgebaut, steht nun vor einer neuen Art von Kontroverse – einer, die weit über die Bühne hinausreicht.






