Kölner Rosenmontagszug: Warum 230 Pferde trotz Tierschutz-Kritik mitlaufen
Kunigunde SegebahnPferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Ein Pro und Contra - Kölner Rosenmontagszug: Warum 230 Pferde trotz Tierschutz-Kritik mitlaufen
Pferde sind seit langem ein fester Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs – trotz wachsender Kritik. In diesem Jahr sollen rund 230 Tiere mitwirken, obwohl Tierschutzorganisationen ein Verbot fordern. Die Diskussion folgt ähnlichen Einschränkungen in anderen deutschen Städten, darunter Bonn, wo Pferde bereits von Umzügen ausgeschlossen wurden.
Seit Jahren spielen Pferde eine zentrale Rolle bei den Kölner Karnevalsfeierlichkeiten. Das Festkomitee setzt strenge Regeln durch, etwa verpflichtende Schulungen und Eignungstests für die Begleitpersonen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Dennoch bleiben Bedenken, besonders nach einem Vorfall 2018, bei dem durchgegangene Kutschpferde mehrere Menschen verletzten – was zu einem Verbot führte, Pferde direkt neben Musikgruppen laufen zu lassen.
Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund argumentieren, der Umzug verursache unnötigen Stress und Leid für die Tiere. Sie fordern ein vollständiges Verbot und verweisen auf Sicherheitsrisiken für Pferde und Zuschauer alike. Zwar dürfen Pferde nun an bestimmten Stellen aus der Route genommen und von lauter Musik ferngehalten werden, doch Kritiker halten diese Maßnahmen für unzureichend.
Das Thema spaltet den Kölner Stadtrat, wo einige Stimmen nach Veränderung rufen. Der bekannte Karnevalskünstler Jacques Tilly positionierte sich gegen die Tradition und bezeichnete sie als überholt für die moderne Zeit. Bonns Entscheidung, Pferde aus dem Umzug zu verbannen, stieß derweil auf geteilte Reaktionen: Manche Bürger zeigten sich enttäuscht, andere unterstützten den Schritt aus Sicherheitsgründen.
Köln hält weiterhin an seiner Tradition fest, auch wenn seit Bonn keine weitere deutsche Stadt Paradepferde verboten hat. Das Festkomitee beharrt auf zusätzlichen Schutzvorkehrungen, doch Tierschützer bestehen darauf, dass die Praxis den Tieren schadet. Da Bonn keine offiziellen Gründe für sein Verbot nannte, bleibt die Debatte über den Ausgleich zwischen Tradition und Tierschutz ungelöst.






