16 March 2026, 16:34

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Trend bleibt dramatisch

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Trend bleibt dramatisch

Im Jahr 2025 traten in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen aus der katholischen Kirche aus als im Vorjahr. Offizielle Zahlen zeigen einen leichten Rückgang der Austritte, während gleichzeitig eine geringe Zunahme der Messbesuche und der Erwachsenentaufen zu verzeichnen war. Dennoch deuten die langfristigen Trends weiterhin auf einen stetigen Rückgang der Kirchenmitgliedschaft hin.

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Im Jahr 2025 verließen 84.440 Katholiken formal die Kirche in Nordrhein-Westfalen – im Vergleich zu 86.946 im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte von 160.469 auf 152.783. Trotzdem verringerte sich die Zahl der Katholiken in der Region im gleichen Zeitraum von 5,8 Millionen auf 5,6 Millionen.

Das Erzbistum Köln meldete jedoch einige positive Entwicklungen: Die Zahl der Messbesucher stieg von 90.694 auf 94.638, wobei im Durchschnitt nur sechs Prozent der Katholiken sonntags am Gottesdienst teilnahmen. Auch die Erwachsenentaufen nahmen zu – von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete diese Veränderungen als ermutigend.

Doch Experten bleiben vorsichtig. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete die Verbesserungen als oberflächlich und nannte die Gesamtentwicklung nach wie vor "dramatisch". Seit den 1990er-Jahren steigen die Austrittszahlen, mit deutlichen Anstiegen nach 2010 und erneut nach 2020. Nachlassende Religiosität, Misstrauen gegenüber Institutionen und veränderte gesellschaftliche Einstellungen treiben diesen Trend weiter voran.

Die leichte Verringerung der Austritte und die bescheidenen Zuwächse bei der Teilnahme bieten nur begrenzte Entlastung. Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen steht nach wie vor vor der Herausforderung einer schrumpfenden Mitgliedschaft und größeren Schwierigkeiten, Gläubige zu halten. Verantwortliche räumen ein, dass tiefgreifendere Ansätze zur Bindung der Gemeinde nötig sind, um den langfristigen Rückgang umzukehren.

Quelle