Spitzenkartoffelernte - Aber Verbraucher sehen kaum Nutzen - Kartoffelbauern in der Krise: Rekordernte bringt keine Gewinne
Deutsche Kartoffelbauern kämpfen mit sinkenden Erträgen trotz Rekordernte
Trotz einer um über 5 Prozent gestiegenen Ernte leiden deutsche Kartoffelbauern unter rückläufigen Einnahmen. Die Preise für die Erzeuger bleiben hartnäckig niedrig – das Überangebot zwingt viele dazu, ihre Ware für einen Bruchteil dessen zu verkaufen, was Verbraucher im Handel zahlen.
Die Schere zwischen Erzeuger- und Einzelhandelspreisen geht weiter auseinander. Während Supermärkte mehr als 1,50 Euro pro Kilogramm verlangen, erhalten Landwirte in Norddeutschland für ihre Kartoffeln teilweise nur 0,10 Euro pro Kilogramm.
Die deutschen Kartoffelanbauflächen umfassen inzwischen über 300.000 Hektar – ein Anstieg von fast 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Ausweitung hat zur diesjährigen Rekordernte beigetragen, die die Nachfrage übersteigt. Da Bauern Liefermengen für bestimmte Sorten oft ein Jahr im Voraus vertraglich festlegen, bleibt wenig Spielraum, um auf Marktveränderungen zu reagieren.
Die Exporte sind in den letzten Jahren gewachsen: Zwischen 2021 und 2025 stiegen die Gesamtlieferungen um 5 bis 10 Prozent. Belgien und die Niederlande bleiben die größten Abnehmer und importierten 2025 jeweils rund 250.000 bzw. 200.000 Tonnen. Doch die Absatzmärkte in Polen und Frankreich stagnieren, was das Überangebot weiter verschärft. Gleichzeitig setzt der Wettbewerb im Tiefkühl-Pommes-Markt durch China und Indien deutsche Hersteller zusätzlich unter Druck.
Angesichts begrenzter Lagerkapazitäten und schwacher Nachfrage werden unverkaufte Kartoffeln umgelenkt. Ein Teil landet in Biogasanlagen oder als Tierfutter. In seltenen Fällen bleiben sie sogar ungeerntet auf dem Feld – was jedoch das Risiko von Krankheitsausbreitung birgt und nach Möglichkeit vermieden wird. Bauern bauen verschiedene Sorten für spezifische Zwecke an, etwa Speisekartoffeln, Verarbeitungsware, Stärke- oder Pflanzkartoffeln. Doch durch das Überangebot gestaltet sich der Verkauf zunehmend unrentabel.
Den Landwirten bleibt kaum eine Wahl: Sie müssen zu Niedrigpreisen verkaufen oder alternative Verwendungen für ihre Ernte finden. Während die Verbraucherpreise hoch bleiben, kommt von diesen Einnahmen bei den Erzeugern kaum etwas an. Ohne eine Steigerung der Nachfrage oder neue Exportchancen wird der Druck auf die deutsche Kartoffelbranche voraussichtlich anhalten.






