Islamischer Religionsunterricht in NRW stärkt Schüler gegen Extremismus und fördert religiöse Bildung
Ivan SchachtIslamischer Religionsunterricht in NRW stärkt Schüler gegen Extremismus und fördert religiöse Bildung
Eine neue Studie der Universität Münster unterstreicht die Vorteile des islamischen Religionsunterrichts (IRU) in Nordrhein-Westfalen. Die Untersuchung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler, die an dem freiwilligen Programm teilnehmen, eine stärkere religiöse Bildung entwickeln und sich seltener mit extremistischen Auslegungen auseinandersetzen. Schulen, Eltern und Lehrkräfte reagieren positiv auf die Initiative, die mittlerweile über 31.000 Schülerinnen und Schüler im gesamten Bundesland erreicht.
Das Programm wächst seit seiner Einführung stetig. Im aktuellen Schuljahr bieten 247 Schulen staatlich beaufsichtigten IRU an, unterrichtet von 332 qualifizierten Lehrkräften – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 99 Lehrerinnen und Lehrern im Schuljahr 2015/2016. Trotz dieser Ausweitung stellt der Bericht fest, dass der Bedarf weiterhin nicht gedeckt ist: Rund 500.000 muslimische Schülerinnen und Schüler in der Region könnten von dem Angebot profitieren.
Die Jugendlichen beschreiben den IRU als praxisnah, motivierend und eng mit ihrem Alltag verbunden. Je länger sie teilnehmen, desto tiefer wird ihr religiöses Verständnis, während die Anfälligkeit für starre oder einseitige Deutungen – oft über soziale Medien verbreitet – abnimmt. Plattformen wie TikTok, die mit rückwärtsgewandten religiösen Ansichten in Verbindung gebracht werden, scheinen auf diejenigen, die am strukturierten IRU teilnehmen, weniger Einfluss zu haben. Die Evaluation empfiehlt zudem eine breitere Umsetzung des Programms, darunter eine verstärkte Lehrerfortbildung im interreligiösen Dialog und eine Fokussierung auf gesellschaftlich relevante Themen.
Lehrkräfte und Eltern loben den IRU dafür, dass er den Schülerinnen und Schülern Orientierungswissen vermittelt und sie befähigt, ihren Glauben selbstbewusst zu artikulieren. Aktuell nehmen 31.673 Jugendliche an den freiwilligen Kursen teil. Der Bericht positioniert den IRU als zentrales Instrument gegen Extremismus und bietet damit eine Alternative zu unkontrollierten Online-Narrativen. Gleichzeitig betont er, dass weitere Investitionen nötig sind, um den Bedürfnissen muslimischer Schülerinnen und Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen gerecht zu werden.
Die Ergebnisse heben die Rolle des IRU bei der Verbesserung der religiösen Bildung und der Verringerung extremistischer Einflüsse hervor. Mit wachsender Unterstützung durch Schulen und Familien könnte die Ausweitung des Programms Tausenden weiteren Schülerinnen und Schülern zugutekommen. Der Bericht fordert konkrete Maßnahmen, um zusätzliche Lehrkräfte auszubilden und den Zugang zu den Kursen zu erleichtern.






