Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt hilft
Angelo ReuterInflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was jetzt hilft
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – im Dezember könnte die Teuerungsrate auf 4,6 Prozent klettern. Der erneute Schub folgt den anhaltenden Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran, der die globalen Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Als Reaktion hat die Bundesregierung bereits vorübergehende Entlastungsmaßnahmen ergriffen, darunter Rabatte auf Kraftstoffe und steuerfreie Bonuszahlungen für Arbeitnehmer.
Die aktuelle Inflationsprognose stammt vom IW-Kölner Wirtschaftsinstitut, das die gegenwärtige Entwicklung mit der Energiekrise 2022 vergleicht, die durch Russlands Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden war. Damals war die Teuerungsrate auf über zehn Prozent hochgeschnellt und hatte im Jahresdurchschnitt 6,9 Prozent betragen. Nun sagt das IW für 2026 eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,5 Prozent voraus – deutlich höher als die noch vor wenigen Monaten geschätzten 2,7 Prozent.
Die Bundesregierung hat schnell reagiert, um die finanzielle Belastung abzufedern: Ein temporärer Spritpreisnachlass wurde eingeführt, zudem gibt es steuerfreie Entlastungsboni für Beschäftigte. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte zuvor vorgeschlagen, das Pendlerpauschale für alle Autofahrer auszuweiten, doch der Vorstoß stieß in der eigenen Partei auf Widerstand.
Experten fordern, dass die Hilfen gezielt einkommensschwache Haushalte entlasten sollten, die besonders unter den steigenden Kosten leiden. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, plädiert für Maßnahmen wie eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Unterdessen steht die Europäische Zentralbank (EZB) vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bremsen, oder höhere Preise in Kauf nehmen, während die Wirtschaft nur schwach wächst?
Die EZB hatte 2022 ihre Geldpolitik umgestellt, um die Inflation einzudämmen. Angesichts der erneut steigenden Preise bleibt ein weiteres Eingreifen möglich.
Der Inflationsschub stellt sowohl die Politik als auch die Verbraucher vor Herausforderungen. Erste Entlastungen sind bereits auf den Weg gebracht, doch sollte der Preisanstieg anhalten, könnte die EZB gezwungen sein, einzugreifen. Derweil konzentriert sich die Regierung darauf, die finanziell Schwächsten vor den Folgen der Teuerung zu schützen.






