Grimme Online Award: Preisträger verlassen Bühne aus Protest gegen Jury-Entscheid
Ivan SchachtGrimme Online Award: Preisträger verlassen Bühne aus Protest gegen Jury-Entscheid
Preisträger lehnen Auszeichnung ab
Zwei Preisträger des Awards für Netjournalismus verzichten auf die Ehrung. Hintergrund ist der Streit um die Würdigung einer Nahost-Aktivistin.
- Oktober 2025, 08:44 Uhr
Die Verleihung des Grimme Online Awards nahm eine unerwartete Wendung, als zwei Preisträger ihre Auszeichnung aus Protest ablehnten. Die Regisseure Moritz Riesewieck und christina block verließen nach einer scharfen Kritik an der Aberkennung des Preises für die Aktivistin Judith Scheytt die Bühne. Die Entscheidung, Scheytt die Ehrung zu entziehen, hatte bereits im Vorfeld für Kontroversen gesorgt – Vorwürfe des Antisemitismus und externer Einflussnahme auf die Jury standen im Raum.
Der unabhängige Förderverein Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises hatte Scheytts Auszeichnung nach massiver Kritik und Antisemitismusvorwürfen zurückgezogen. Diese Entscheidung löste bei anderen Preisträgern heftige Reaktionen aus. Riesewieck und block, die für ihren Netjournalismus geehrt werden sollten, legten ihre Trophäen auf das Podium und verließen demonstrativ die Bühne. Riesewieck warf der Institutsleitung später vor, Verantwortung zu umgehen, und bezeichnete ihr Verhalten als „Versteckspiel“.
Die Veranstaltung endete mit ungelösten Spannungen zwischen dem Grimme-Institut und seinem Förderverein. Die Ankündigung von Institutsleiterin Uzunoğlu, die Zusammenarbeit überprüfen zu wollen, deutet auf künftige Veränderungen in der Preisvergabe hin. Der Protest von Riesewieck und block unterstreicht die anhaltenden Konflikte um die Unabhängigkeit der Jury und den Umgang mit umstrittenen Nominierten.






