Gremmendorf diskutiert: Sollten zwei umstrittene Straßen umbenannt werden?
Friedl RädelGremmendorf diskutiert: Sollten zwei umstrittene Straßen umbenannt werden?
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf
Zwei Straßen im Münsteraner Stadtteil Gremmendorf könnten bald neue Namen tragen. Der Lüderitzweg und der Woermannweg stehen seit Jahren in der Kritik, da sie Persönlichkeiten ehren, die mit kolonialer Gewalt und rassistischen Ideologien verbunden sind. Nach Prüfung historischer Belege und öffentlicher Stellungnahmen unterstützt die Stadtverwaltung nun eine Umbenennung.
Zwischen 2020 und 2025 gab es mehrere Petitionen und anonyme Anträge, die eine Umbenennung der Straßen forderten. Auch die Bürgerinitiative Gesellschaft für bedrohte Völker setzte sich für eine Änderung ein und argumentierte, die Namensgeber stünden in Verbindung mit NS-Propaganda und kolonialen Gräueltaten. Die Untersuchungen der Verwaltung bestätigten, dass sowohl Adolf Lüderitz als auch Adolf Woermann rassistische Ansichten vertraten und gegen die Menschenrechtsprinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN verstoßen hatten.
Im März 2025 nahm an einer Informationsveranstaltung rund die Hälfte der Anwesenden – etwa 50 Personen – teil, wobei die Meinungen fast gleichmäßig zwischen Befürwortern und Gegnern einer Umbenennung gespalten waren. Im Anschluss hatten Anwohner mehrere Wochen Zeit, ihr Feedback online einzureichen. Die Verwaltung kam später zu dem Schluss, dass die ursprüngliche Namensgebung mit NS-Propaganda im Einklang stand und damit die Kriterien der Stadt für die Umbenennung öffentlicher Räume erfüllte.
Der Bezirksrat Südost wird nun am 9. Dezember 2025 über die Zukunft der Straßen abstimmen. Bei einer Zustimmung erhalten sie neue Namen, die nicht mit einer umstrittenen Vergangenheit belastet sind.
Die Empfehlung zur Umbenennung von Lüderitzweg und Woermannweg folgt auf jahrelange Debatten und eine eingehende historische Prüfung. Die endgültige Entscheidung liegt beim Bezirksrat, dessen Abstimmung für Dezember ansteht. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Straßen ihre aktuellen Namen behalten oder Alternativen erhalten, die frei von kolonialen und rassistischen Bezügen sind.






