Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufpeppen
Angelo ReuterGold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufpeppen
Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresdner Pappenschmuck jedes Weihnachtsgeschenk veredelt
Ein Sammler, eine vergessene Werkstatt und Andy Warhol: Dresdner Pappenschmuck ist seit Jahren ein Kultphänomen – und verzaubert noch immer mit Gold und Silber die Weihnachtsgeschenke aller
Delikater, vergoldeter Pappenschmuck aus Dresden schmückt seit Generationen die Weihnachtsbäume. Ursprünglich eine preiswerte Alternative zu geschnitztem Holz oder Metallarbeiten, haben diese filigranen Dekorationen heute einen besonderen Platz in der Kunstgeschichte. Ihre Verbindung zu Andy Warhol und einer modernen Künstlerin hält ihr Erbe bis heute lebendig.
Dresdner Christbaumschmuck entstand einst als erschwingliche Möglichkeit, den Festtagsbaum zu verschönern. Gefertigt aus geprägtem Karton, gab es ihn in Formen wie Federn, Sterne, Hasen oder sogar Hummer. Manche Motive zeigten Engel, Buchstaben oder Waldtiere – alles veredelt mit Blattgold oder -silber.
Die Dekorationen wurden in jahrhundertealten Werkstätten mit originalen Formen und handbetriebenen Maschinen hergestellt. Ihr Charme faszinierte in den 1950er- und 1960er-Jahren auch Andy Warhol. Sein Lieferant, der ostdeutsche Betrieb VEB Vereinigte Lausitzer Glaswarenfabriken (VLG) in Lübbenau, schickte ihm regelmäßig Lieferungen für seine Weihnachtscollagen. Einige der damaligen Motive werden noch heute produziert.
Jahrzehnte später entdeckte die Künstlerin Angela Kleinediekmann die letzten verbliebenen Hersteller in Sachsen wieder. Inspiriert von ihrem Handwerk, begann sie, eigene Collagen mit den historischen Schmuckstücken zu gestalten. Die Werkstätten arbeiten noch immer – und bewahren Techniken, die über hundert Jahre alt sind.
Vom bescheidenen Anfang als günstiger Festtagsschmuck wurden die Dresdner Pappen zu einem Teil von Warhols ikonischer Kunst. Heute sind sie dank einer Mischung aus Tradition und neu erwachtem Interesse noch immer erhältlich. Kleinediekmanns Arbeit und die überlebenden Werkstätten sorgen dafür, dass diese vergoldeten Kartonschätze nicht in Vergessenheit geraten.






