Gericht stoppt Bloomwell-Werbung mit Sido und kostenlosen Cannabis-Rezepten
Angelo ReuterGericht stoppt Bloomwell-Werbung mit Sido und kostenlosen Cannabis-Rezepten
Ein Frankfurter Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen die umstrittene Werbekampagne des Unternehmens Bloomwell für medizinisches Cannabis erlassen. Das Urteil verbietet dem Unternehmen, kostenlose Rezepte als Bonus anzubieten und den Rapper Sido in seiner Werbung einzusetzen. Der Fall lenkt nun die Aufmerksamkeit auf größere Bedenken hinsichtlich der Arbeitsweise solcher Plattformen.
Der Gesundheitsausschuss wird an diesem Mittwoch über Änderungen am Medizin-Cannabis-Gesetz (MedCanG) beraten, wobei der Bloomwell-Fall die Forderungen nach strengeren Regulierungen unterstreicht.
Die Entscheidung des Landgerichts Frankfurt folgt auf eine Beschwerde der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR). Ihr Anwalt, Dr. Morton Douglas, argumentierte, dass das Geschäftsmodell von Bloomwell den Verkauf über eine verantwortungsvolle Nutzung von Cannabis stelle. Die Plattform hatte Kunden für begrenzte Zeit ermöglicht, kostenlose Rezepte anzufordern – allerdings nur für ein eingeschränktes Sortiment unter der Marke "Siggis Pharm".
Diese Produkte werden ausschließlich über Bloomwell vertrieben, unterstützt durch das Projekt MeinBlock – geleitet vom Anwalt Burkhard Westerhoff – sowie den Cannabis-Hersteller Demecan. Westerhoff vermarktet zudem gemeinsam mit Sido, demselben Rapper aus den nun verbotenen Bloomwell-Werbespots, unter der Marke "Kabumm" Spirituosen. Kritiker werfen den Plattformen vor, sich ausschließlich auf die Verteilung von Medikamenten zu konzentrieren, ohne echte telemedizinische Leistungen anzubieten, während sie mit Werbestrategien gezielt jüngere Zielgruppen ansprechen.
Die einstweilige Verfügung erhöht den Druck auf die Gesetzgeber, das Medizin-Cannabis-Gesetz zu reformieren. Dr. Douglas betonte, der Fall zeige, wie einige Plattformen regulatorische Lücken ausnutzen, um den Verkauf zu fördern, statt einen sicheren und verantwortungsvollen Zugang zu medizinischem Cannabis zu gewährleisten.
Das Gerichtsurteil verhindert, dass Bloomwell seine Aktionen mit kostenlosen Rezepten fortsetzt und Sido in der Werbung einsetzt. Die anstehende Anhörung des Gesundheitsausschusses zu den MedCanG-Änderungen wird nun prüfen, ob schärfere Kontrollen erforderlich sind.
Der Fall hat bereits offenbart, wie die aktuellen Vorschriften es Plattformen ermöglichen, mit minimaler Aufsicht zu operieren – was Sorgen über den möglichen Missbrauch bei der Verteilung von medizinischem Cannabis schürt.






