Garzweiler-Tagebau: Warum Anwohner um ihre Häuser fürchten – und wer die Kosten tragen soll
Kunigunde SegebahnGarzweiler-Tagebau: Warum Anwohner um ihre Häuser fürchten – und wer die Kosten tragen soll
Häuser in der Nähe des RWE-Tagebaus Garzweiler drohen langfristige Risiken durch schwankende Grundwasserstände
Der Erftverband warnt, dass sich der Grundwasserspiegel in der Region erst bis Ende des Jahrhunderts stabilisieren könnte. Anwohner wie Richard Berrendorf verzeichnen bereits jetzt Schäden an ihren Immobilien – und sorgen sich um künftigen Schutz.
Seit Jahrzehnten hat der Tagebau Garzweiler den Grundwasserspiegel weit unter sein natürliches Niveau abgesenkt. Pumpen, die die Grube trockenhalten, halten die Wasserstände künstlich niedrig, doch ihre geplante Abschaltung könnte zu einem langsamen Wiederanstieg führen. Prognosen zufolge könnte es 50 bis 100 Jahre dauern, bis sich das Grundwasser auf das Niveau vor dem Bergbau erholt – eine vollständige Regeneration wird frühestens für das Jahr 2100 erwartet.
In Bedburg hat Richard Berrendorf bereits jetzt Risse und strukturelle Schäden an seinem Haus festgestellt, die auf die Veränderungen zurückzuführen sind. Er fordert nun Garantien, dass weitere Schäden verhindert werden, sobald der Bergbau endet. Lokale Politiker teilen seine Bedenken: Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach setzt sich für strengere Auflagen im überarbeiteten Braunkohleplan ein, um das Grundwassermanagement zu regeln. Um die langfristigen Kosten zu bewältigen, schlagen benachbarte Kommunen eine staatlich überwachte Stiftung vor. Finanziert von RWE oder öffentlichen Mitteln, soll sie Reparaturen und Entschädigungen für betroffene Hauseigentümer übernehmen. Ziel ist es, die Anwohner nicht mit den finanziellen Folgen der bergbaubedingten Schäden alleinzulassen.
Die langsame Erholung des Grundwassers stellt die Gemeinden rund um Garzweiler vor anhaltende Herausforderungen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Häuser, die vor dem Bergbau errichtet wurden, weiterhin von Absackungen und Überschwemmungen bedroht sein. Behörden und RWE stehen nun unter Druck, Lösungen zu finden, bevor die Pumpen endgültig abgeschaltet werden.






