GAG Köln verschreibt Mietern Raumtemperatur
Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG schreibt Raumtemperaturen für Mieter vor
Teaser: 20 Grad tagsüber, 17 Grad nachts: Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hat in fast allen ihren Wohnungen die Heizung gedrosselt.
19. Dezember 2025, 18:25 Uhr
Die Kölner Wohnungsbaugesellschaft GAG hält seit der Energiekrise 2023 in nahezu allen ihren Wohnungen die Heiztemperaturen niedrig. Tagsüber werden 20 Grad Celsius vorgegeben, nachts sinkt die Temperatur auf 17 Grad. Die Regelung, die bereits 2013 eingeführt wurde, stößt bei Mietern und Rechtsexperten auf Kritik.
Die Entscheidung zur Reduzierung der Heizleistung traf der Vorstand der GAG Immobilien AG. Während die meisten Wohnungen tagsüber auf 20 Grad beheizt werden, sind Demenz-Wohngruppen, Kindertagesstätten und Seniorenheime mit bis zu 23 Grad am Tag und 20 Grad in der Nacht etwas wärmer. Eine kürzliche Überprüfung der Heizungsrohre in einem Gebäude könnte in einigen Bereichen sogar noch höhere Temperaturen ermöglichen.
Laut einem Anwalt haben Mieter jedoch kein rechtliches Anrecht auf höhere Temperaturen. Vermieter seien lediglich verpflichtet, Mindeststandards einzuhalten – 20 bis 22 Grad gelten tagsüber als angemessen. Der Jurist kritisierte allerdings, dass die GAG die Bewohner vor der Umsetzung der Maßnahmen nicht konsultiert habe. Besonders ältere Mieter leiden unter den niedrigeren Temperaturen. Ein Bewohner berichtete, er gebe monatlich 30 Euro extra für Strom aus, um sich warm zu halten. Die GAG verteidigte ihr Vorgehen mit dem Verweis auf verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Kosteneffizienz. Die Regelung besteht unverändert seit ihrer Einführung während der Energiekrise 2023. Ein Sprecher der GAG betonte, man müsse Komfort mit finanzieller Verantwortung in Einklang bringen – besonders angesichts steigender Energiekosten.
Die gedrosselten Heiztemperaturen werden vorerst beibehalten. Betroffene Mieter haben kaum rechtliche Handhabe, einige helfen sich mit zusätzlichem Stromverbrauch. Die GAG hält die Maßnahmen für notwendig, um langfristig Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen.






