Forscher revolutionieren Batteriespeicher mit extrem hoher Spannung – bis zu 20.000 Volt im Test
Kunigunde SegebahnForscher revolutionieren Batteriespeicher mit extrem hoher Spannung – bis zu 20.000 Volt im Test
Ein neues Forschungsprojekt will die Batteriespeicherung revolutionieren – durch eine drastische Erhöhung der Spannungswerte. Unter der Leitung von Professor Martin Kiel an der Fachhochschule Dortmund zielt die Initiative KV BATT darauf ab, die Systemeffizienz im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik um das Zehn- oder sogar Zwanzigfache zu steigern. Das Team ist überzeugt, dass dieser Ansatz die Funktionsweise großtechnischer Batterien unter realen Bedingungen grundlegend verändern könnte.
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip: Höhere Spannung verringert Stromstärke und Widerstand. Nach der Formel Leistung geteilt durch Spannung ergibt Stromstärke (P/U = I) führt eine Erhöhung der Spannung zu einem geringeren Stromfluss durch das System. Dadurch sinken die Widerstandsverluste, die Wärmeentwicklung wird minimiert und der Kühlbedarf reduziert – was Batterien kompakter und wartungsfreundlicher macht.
Um ihre Theorie zu überprüfen, haben die Forscher eine modulare Batteriespeichereinheit konstruiert und sie in einem Hochspannungslabor unter verschiedenen Bedingungen strengen Tests unterzogen. In der nächsten Phase folgt ein Praxistest in Ense, Deutschland, wo zwei Systeme miteinander verglichen werden: eines mit 1.000 Volt und ein weiteres mit 10.000 bis 20.000 Volt.
Das Team hat mittlerweile ein europäisches Patent für sein Design beantragt und zeigt sich offen für Kooperationen. Andere Organisationen sind eingeladen, mögliche Anwendungen der Technologie zu erkunden. Parallel dazu deuten verwandte Studien darauf hin, dass eine Optimierung der Ladeinfrastruktur – etwa durch gemeinsame Ladestationen auf Supermarkt-Parkplätzen – die Rentabilität um bis zu 255 Prozent steigern könnte.
Mit im Labor bestätigten Ergebnissen und einem bevorstehenden Feldversuch schreitet das KV BATT-Projekt voran. Sollte der Hochspannungsansatz erfolgreich sein, könnte er den Weg zu effizienteren, langlebigeren und kostengünstigeren Batteriesystemen ebnen. Derweil arbeiten die Forscher daran, Patente zu sichern und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern auszubauen.






