Evonik baut Stellen ab und passt Dividendenpolitik für 2026 radikal an
Kunigunde SegebahnEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik baut Stellen ab und passt Dividendenpolitik für 2026 radikal an
Evonik kündigt weitreichende Änderungen in Finanzstrategie und Belegschaft für 2026 an
Der Chemiekonzern Evonik hat für das Jahr 2026 umfassende Anpassungen in seiner Finanzstrategie und bei den Mitarbeiterzahlen angekündigt. Trotz anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen erwartet das Unternehmen für das kommende Jahr eine leichte Erholung der Erträge. Gleichzeitig sollen Stellen abgebaut und die Dividendenpolitik flexibler gestaltet werden, um die finanzielle Handlungsfähigkeit zu stärken.
Im Jahr 2025 sank der Umsatz des Konzerns um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) ging um neun Prozent zurück und lag bei knapp unter 1,9 Milliarden Euro. Schwache globale Nachfrage und zunehmender Wettbewerb trugen maßgeblich zu diesem Rückgang bei.
In den vergangenen fünf Jahren hat Evonik im Bereich Spezialchemikalien gegenüber chinesischen Konkurrenten an Boden verloren. Unternehmen wie Wanhua Chemical und Ronas Chemicals drängten mit kostengünstigerer Produktion vor und verringerten so Evoniks Marktanteile in zentralen Segmenten. In Bereichen wie Methacrylaten und Kieselsäure sank der Anteil des Konzerns von etwa 25 auf rund 18 Prozent. Dennoch blieb Evonik in puncto Innovation führend: Mit über 1.200 jährlichen Patentanmeldungen – mehr als die chinesische Konkurrenz – setzt das Unternehmen weiterhin auf nachhaltige und biobasierte Technologien.
Um sich den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, wird Evonik im Jahr 2026 rund 1.000 Stellen abbauen. Zudem präsentierte Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann eine neue Dividendenpolitik, die die finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens stärken soll. Die Ausschüttung für 2025 wird auf 1,00 Euro pro Aktie sinken; künftig sollen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt die geplanten Maßnahmen.
Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Diese vorsichtig optimistische Einschätzung spiegelt die Bemühungen wider, die Geschäfte in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu stabilisieren.
Mit der Umstrukturierung will Evonik Kostensenkungen mit langfristigem Wachstum in Einklang bringen. Die angepasste Dividendenpolitik und der Personalabbau deuten auf einen Kurs hin, der mehr finanzielle Stabilität zum Ziel hat. Gleichzeitig könnte der Fokus auf Innovation helfen, den Wettbewerbsdruck in den kommenden Jahren zu bewältigen.






