Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz
Angelo ReuterDüsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz
Düsseldorfer Startup entwickelt klimafreundlichen Zementersatz aus CO₂
Ein in Düsseldorf ansässiges Startup geht das enorme CO₂-Problem der Zementindustrie mit einer innovativen Technologie an. Co-reactive hat ein Verfahren entwickelt, das Kohlendioxid in hochleistungsfähige, klimapositive Zementersatzstoffe umwandelt. Das Unternehmen hat nun 6,5 Millionen Euro eingesammelt, um seine Lösung von der Prototypenphase zur industriellen Anwendung zu skalieren.
Die Technologie von Co-reactive funktioniert, indem CO₂ mit natürlichen Mineralien zu hüttensandfreien Zusatzstoffen (SCMs, supplementary cementitious materials) kombiniert wird. Diese Materialien reduzieren den Bedarf an Klinker – dem besonders emissionsintensiven Hauptbestandteil von Zement – und verbessern gleichzeitig Festigkeit und Haltbarkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ersatzstoffen wie Flugasche oder Hüttensand, die aufgrund des Kohleausstiegs und der Umstellung der Stahlindustrie immer knapper werden, bietet diese Methode eine nachhaltige Alternative.
Das Verfahren bindet das CO₂ dauerhaft in Baustoffen, sodass es nicht wieder in die Atmosphäre gelangt. Da es als "Drop-in-Lösung" konzipiert ist, lässt es sich nahtlos in bestehende Zement- und Stahlproduktionslinien integrieren – ohne kostspielige Umrüstungen, aber mit deutlicher Reduzierung der Emissionen.
Mit der neuen Finanzierungsrunde, angeführt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) und unterstützt von der NRW.Bank, HBG Ventures und weiteren Investoren, wird Co-reactive bis zum zweiten Quartal 2026 eine Demonstrationsanlage errichten. Diese soll jährlich 1.000 Tonnen des Materials produzieren. Ab 2027 plant das Unternehmen, Pilotanlagen direkt an Zement- und Stahlstandorten in Betrieb zu nehmen, um dort biogenes und industrielles CO₂ vor Ort zu mineralisieren.
Die Zementproduktion ist derzeit für etwa 8 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich, und steigende CO₂-Preise könnten die Herstellungskosten deutlich erhöhen. Die Technologie von Co-reactive zielt darauf ab, sowohl Emissionen als auch Kosten zu senken, indem Klinker durch klimapositive Alternativen ersetzt wird. Die ersten industriellen Großanlagen sollen in den nächsten drei Jahren in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie den Betrieb aufnehmen.






