23 December 2025, 17:21

Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'

Eine Frau in einem blauen Kleid hält eine Flasche.

Düsseldorfer Brustzentrum schließt: 'Was soll ich tun, wenn ich Krebs erneut bekomme?'

Düsseldorfs Luisenkrankenhaus schließt bis Ende 2025 – Patienten und Personal vor ungewisser Zukunft

Das Düsseldorfer Luisenkrankenhaus, eine renommierte Klinik für Brustkrebsbehandlung, wird bis Ende 2025 seine Türen schließen. Die Entscheidung fällt im Rahmen der bundesweiten Krankenhausreform, die auf größere, zentralisierte medizinische Zentren setzt. Für Patienten und Mitarbeiter bleibt nun unklar, wie es mit der Versorgung und den Therapieoptionen weitergeht.

Die Klinikleitung hatte seit März um den Erhalt der Einrichtung gekämpft. Doch Mitte November wurden über 50 Beschäftigte offiziell über die Schließung informiert. Das Luisenkrankenhaus hatte sich in 25 Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet und jährlich mehr als 700 Eingriffe durchgeführt. Besonders bekannt war es für brusterhaltende Therapien, schnelle Diagnostik und einen „Frau-zu-Frau“-Ansatz, der Einfühlungsvermögen und individuelle Betreuung in den Mittelpunkt stellte.

Patientinnen wie die 77-jährige Karin Rinklake, die seit 14 Jahren krebsfrei ist, fragen sich nun, wo sie künftig behandelt werden sollen. Viele, die sich mitten in der Therapie befinden, müssen in unbekannte Krankenhäuser wechseln und Vertrauen zu neuen Ärzten aufbauen. Als Alternative in der Nähe gilt das Tumorzentrum Rhein-Kreis Neuss am Johanna-Etienne-Krankenhaus, das zertifizierte Brustkrebsversorgung mit moderner Diagnostik anbietet. Doch die Gewerkschaft Verdi warnt, dass die umliegenden Kliniken die zusätzliche Patientenzahl kaum bewältigen können.

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Die Schließung steht im Einklang mit der Krankenhausreform, die durch die Bündelung von Leistungen in weniger, aber größeren Zentren mehr Effizienz erreichen will. Kritiker hingegen argumentieren, dass spezialisierte Einrichtungen wie das Luisenkrankenhaus eine einzigartige Betreuung bieten, die große Kliniken nur schwer nachahmen können.

Mit der Schließung endet für viele Brustkrebspatientinnen eine vertraute Anlaufstelle. Betroffene müssen sich nun nach neuen Behandlungswegen umsehen, während das Personal nach Alternativen sucht. Wie sich die Reform langfristig auf die Patientenversorgung und die Kapazitäten der Krankenhäuser auswirkt, bleibt abzuwarten.