Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus unter der Lupe
Angelo ReuterDuisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus unter der Lupe
Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit am Donnerstag, 19. Februar 2026
Am Donnerstag, dem 19. Februar 2026, findet im Historischen Zentrum Duisburg ein öffentlicher Vortrag über Zwangssterilisationen in der NS-Zeit statt. Im Mittelpunkt steht die lokale Umsetzung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Beginn ist um 18:15 Uhr in der DenkStätte, der Gedenkstätte im Stadtarchiv am Karmelplatz 5 im Duisburger Innenhafen. Referent ist Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt.
Der Vortrag beleuchtet die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die die Anwendung des Gesetzes in Duisburg prägten. Zudem wird die rechtliche und administrative Durchsetzung von Zwangssterilisationen zwischen 1933 und 1949 analysiert. Zwar liegen für Duisburg keine genauen Zahlen vor, doch zeigen überregionale Aufzeichnungen allein für 1934 über 1.500 Fälle in Bethel (bei Bielefeld) und 23 in Leverkusen.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird ein statistischer und kritischer Überblick über die Vorgehensweisen gegeben. Die Veranstaltung rückt dabei ins Bewusstsein, wie lokale Gerichte – als sogenannte Erbgesundheitsgerichte – diese Maßnahmen im Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm umsetzten.
Der Vortrag bietet einen detaillierten Einblick in ein dunkles Kapitel der Duisburger Geschichte unter dem Nationalsozialismus. Präsentiere werden dokumentierte Fälle sowie administrative Abläufe im Zusammenhang mit dem Gesetz von 1933. Interessierte können ohne Voranmeldung teilnehmen, die Platzzahl ist jedoch auf 60 begrenzt.






