04 February 2026, 13:16

Drogenkonsumraum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Schulen und Anwohner protestieren

Eine Zeichnung eines Parks mit Menschen, die spazieren gehen, umgeben von Bäumen, Gebäuden und einer Brücke, unter einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Die zweite Dombrücke in Düsseldorf" unten.

Drogenkonsumraum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Schulen und Anwohner protestieren

Geplantes Drogenhilfezentrum in Düsseldorfs Stadtteil Oberbilk stößt auf heftigen Widerstand

Ein geplantes Drogenkonsumraum-Zentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk hat bei Anwohnern, Eltern und Schulen massive Ablehnung ausgelöst. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohnblock in der Eisenstraße eröffnet werden soll, liegt in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen und dem Hauptbahnhof – was Bedenken hinsichtlich Sicherheit und der Konfrontation mit Drogenkonsum weckt.

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Das neue Zentrum ist Teil des städtischen Projekts "Sicherheit im Bahnhofsumfeld" (SiBu), das den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum rund um den Bahnhof verlagern soll. Die Behörden argumentieren, dass ein zentraler Standort vulnerablen Personen leichteren Zugang ermöglicht und gleichzeitig den offenen Drogenkonsum im öffentlichen Raum reduziert. Vor Ort sollen Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal tätig sein, während die Polizei die Umgebung überwacht, um Dealerei und öffentlichen Konsum zu unterbinden.

Kritiker hinterfragen jedoch die Standortwahl. Zwei benachbarte Schulen bezeichnen die Platzierung als "völlig inakzeptabel" und warnen davor, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Anwohner verweisen zudem auf die Bauweise des Gebäudes mit dunklen Ecken, die illegale Aktivitäten begünstigen könnten. Eine öffentliche Informationsveranstaltung endete für viele frustrierend, da die Verantwortlichen kaum konkrete Angaben zu Sicherheitsvorkehrungen oder dem täglichen Betrieb machten.

Das Zentrum orientiert sich an Modellen anderer deutscher Städte wie Frankfurt, das bereits 1994 einen Drogenkonsumraum eröffnete. Berlin, Hamburg und Köln folgten mit ähnlichen schadensmindernden Programmen, wobei die genaue Zahl der nach dem "Zürcher Modell" betriebenen Einrichtungen unklar bleibt. Düsseldorfs Ansatz zielt darauf ab, die Erreichbarkeit für Nutzer mit dem Schutz der umliegenden Nachbarschaft in Einklang zu bringen.

Die Stadt hat bauliche Anpassungen versprochen, um die Einsehbarkeit zu begrenzen, und will strenge Sicherheitsprotokolle durchsetzen. Ordnungsdienste sollen das Gelände regelmäßig kontrollieren, um Störungen zu verhindern. Trotz dieser Zusagen zeigt sich der Widerstand von Schulen und Anwohnern ungebrochen – und das, obwohl die Eröffnung kurz bevorsteht.