Dortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister bricht mit 80-jähriger SPD-Tradition
Angelo ReuterDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister bricht mit 80-jähriger SPD-Tradition
Dortmund wählt nach fast 80 Jahren erstmals einen CDU-Oberbürgermeister
Alexander Kalouti, in Beirut geboren und in Süddeutschland aufgewachsen, trat im September 2024 sein Amt an – nach einem deutlichen Wandel im politischen Gefüge der Stadt. Zu seinen ersten Prioritäten zählen die Stärkung der öffentlichen Sicherheit, die Verbesserung des Bildungssystems und die Förderung des Wirtschaftswachstums.
Politische Verschiebungen nach der Wahl 2024
Die Kommunalwahlen im September veränderten die Machtverhältnisse im Dortmunder Stadtrat grundlegend: Die CDU legte auf 30 Sitze zu (2020: 24), während die SPD von 28 auf 24 Mandate zurückfiel. Die Grünen hielten ihre 12 Sitze, die AfD stieg auf 8, und kleinere Parteien wie FDP und Die Linke besetzen die verbleibenden Plätze. Damit endete die jahrzehntelange SPD-Vorherrschaft – doch Kalouti bleibt auf crossparteiliche Bündnisse angewiesen, um Haushalte und Klimapolitik durchzusetzen.
Sicherheit, Bildung, Wirtschaft: Kaloutis Agenda
In Sachen öffentliche Sicherheit setzte der neue Oberbürgermeister bereits erste Zeichen: Ein einwöchiger Pilotversuch mit verstärkten, sichtbareren Polizeistreifen stieß bei Anwohnern und Unternehmen auf positive Resonanz. Eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD schloss er trotz deren Sitzgewinnen kategorisch aus.
Bildung und wirtschaftliche Entwicklung stehen im Mittelpunkt seiner Pläne. Trotz knapper Kassen kündigte Kalouti umfangreiche Investitionen in frühkindliche Förderung und Schulen an – getrieben von der Überzeugung, dass Chancen nicht von Herkunft oder Religion abhängen dürfen. Gleichzeitig will er Dortmund für Gründer attraktiver machen, um die wirtschaftliche Position der Stadt zu stärken.
Obwohl er Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen pragmatischen Führungsstil lobt, vermisst er eine breitere Debatte über die urbanen Herausforderungen Deutschlands. Seine eigenen politischen Werte – geprägt von seiner multikulturellen Biografie und beruflichen Erfahrung – betonen die Würde des Einzelnen.
Die ersten 100 Tage: Kurs in unsicheren Zeiten
Kaloutis Anfangsphase hat klare Akzente gesetzt: Sicherheit, Bildung, Wirtschaftsförderung. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig angesichts eines zersplitterten Rates und begrenzter finanzieller Spielräume. Die Stadt beobachtet gespannt, wie sich seine Politik unter diesen Rahmenbedingungen bewähren wird.






