Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm – und gerät unter Beschuss
Angelo ReuterDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm – und gerät unter Beschuss
Dortmunds Ethikkommission zu Großwildjagd steht wegen Untätigkeit in der Kritik
Die 2023 eingerichtete Ethikkommission der Stadt Dortmund, die die ethische Vertretbarkeit der Großwildjagd prüfen sollte, sieht sich zunehmend Vorwürfen ausgesetzt. Obwohl sie bewerten sollte, ob solche Jagdformen aus moralischer Sicht gerechtfertigt sind, gibt es keinerlei Protokolle oder Nachweise über stattgefundene Sitzungen. Angesichts der nahenden großen Jagdmesse Jagd und Hund wächst die Sorge über die ausbleibenden Ergebnisse.
Ursprünglich sollte die Kommission klären, ob die Großwildjagd dem Artenschutz dient oder vielmehr zum Aussterben bedrohter Arten beiträgt. Ihre Erkenntnisse hätten als Grundlage für die Zulassung von Ausstellern auf der Dortmunder Messe dienen sollen, die auch Jagdreisen anpreist. Doch wie der Oberbürgermeister einräumte, fehlen vollständige Akten – es gibt schlicht keine Belege dafür, dass die Kommission jemals getagt hat.
Der politische Druck nimmt zu: Die Grünen und andere Parteien fordern nun Taten vor der Sommerpause. Die anstehende Messe verschärft die Dringlichkeit, da sowohl Veranstalter als auch Tierschützer auf eine klare Haltung der Stadt warten. Ohne einen Abschlussbericht bleibt ungewiss, wie mit jagdbezogenen Ausstellern umgegangen werden soll.
Während andere deutsche Städte und die Bundesregierung sich zuletzt nicht öffentlich zu kommerziellen afrikanischen Jagdreisen geäußert haben, verbleibt Dortmunds Untätigkeit in einer rechtlichen Grauzone. Die Stille der Kommission steht im Widerspruch zu ihrem eigentlichen Auftrag: Sie sollte in einer umstrittenen Frage ethische Orientierung bieten.
Dass keine Unterlagen vorliegen, deutet darauf hin, dass die Kommission seit über einem Jahr inaktiv ist. Ohne ihre Empfehlungen fehlt der Stadt eine Entscheidungsgrundlage für die Zulassung von Jagdausstellern auf künftigen Messen. Die nächste Jagd und Hund wird nun stattfinden – belastet von ungelösten ethischen Fragen.






