Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod in Berlin
Angelo ReuterDortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod in Berlin
In Dortmund formiert sich ein breites Bündnis, das sich für langfristige Aufenthalts- und Arbeitsrechte für Sidy und Lassana Dramé einsetzt – die Brüder von Mouhamed Dramé, der 2022 bei einem Polizeieinsatz in Berlin getötet wurde. Die beiden, die seit zwei Jahren in der Stadt leben, um das juristische Verfahren zu begleiten, stehen derzeit mit abgelaufenen Aufenthaltstiteln und ohne Arbeitserlaubnis da. Unterstützer, darunter lokale Politiker und zivilgesellschaftliche Gruppen, fordern eine Sonderregelung für ihren Fall.
Sidy Dramé, 39, ein ausgebildeter Schneider, und sein Bruder Lassana, 26, kamen nach Dortmund, nachdem ihr 16-jähriger Bruder Mouhamed Lamine Dramé am 8. August 2022 in der Nordstadt während einer psychischen Krise von der Polizei erschossen worden war. Die beteiligten Beamten wurden später freigesprochen; das Gericht urteilte, dass der Schusswaffeneinsatz notwendig gewesen sei, um Selbstverletzungen zu verhindern. Dennoch bleibt Kritik an der Vorgehensweise der Polizei, insbesondere am Einsatz von Pfefferspray, der die Situation eskalieren ließ.
Die Brüder blieben in der Stadt, um ein Berufungsverfahren zu betreiben, doch ihre Aufenthaltsgenehmigungen sind inzwischen abgelaufen. Trotz ihres Willens zu arbeiten – Sidy leitet eine ehrenamtliche Nähwerkstatt, Lassana sucht nach einer Anstellung – wurden ihnen die notwendigen Papiere verweigert. Ein offener Brief, unterstützt von Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum und der Migrationsanwältin Claire Deery, fordert die Stadt auf, den Brüdern langfristige Sicherheit und das Recht auf eine Existenzgrundlage zu gewähren.
Auch Dortmunds Stadtkämmerer Jörg Stüdemann sprach sich für eine Verlängerung der Aufenthaltstitel aus und verwies auf die außergewöhnlichen Umstände des Falls. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob erstmals eine Arbeitserlaubnis erteilt werden kann, und räumt ein, dass es sich um eine besondere Situation handelt.
Die Entscheidung in diesem Fall wird darüber entscheiden, ob die Dramé-Brüder in Dortmund bleiben und sich selbst versorgen können, während sie auf den Ausgang des Berufungsverfahrens warten. Ihr Schicksal hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt und zeigt die Herausforderungen, mit denen Familien konfrontiert sind, die in einem fremden Land rechtliche Verfahren durchlaufen müssen. Die Entscheidung der Stadt könnte Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle in der Zukunft haben.






