Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und lobt Friedrich Merz' diplomatischen Stil
Friedl RädelDorothee Bär erhält den Orden gegen Tierliebe - Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und lobt Friedrich Merz' diplomatischen Stil
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist bei einer Karnevalsveranstaltung in Aachen mit dem Orden gegen den tierischen Ernst ausgezeichnet worden. Die seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die Humor mit ihren öffentlichen Pflichten verbinden. In ihrer Rede ging Bär auf aktuelle politische Debatten ein und lobte die diplomatische Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Der Orden gegen den tierischen Ernst blickt auf eine lange Tradition zurück, in der politischer Witz gefeiert wird. Zu den früheren Preisträgern zählen die Altkanzler Konrad Adenauer (1959) und Helmut Schmidt (1972). Bär reiht sich nun in diese Liste ein – nach einer Laudatio von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), der ihre Fähigkeit betonte, ernsthafte Arbeit mit einer lockeren Art zu verbinden.
In ihren Ausführungen bezog sich Bär auf die jüngste Kontroverse um den Begriff "Stadtlandschaft", die durch Äußerungen Merz' zur Migrationspolitik im Oktober 2025 ausgelöst worden war. Sie relativierte die Wortwahl und argumentierte, dass es stärker auf die dahinterstehende Weltsicht ankomme als auf Formulierungen. Mit einer scherzhaften Frage, welcher Politiker sich am besten für eine Mondreise eignen würde, spielte sie zudem auf Merz an.
Doch Bär glänzt nicht nur durch Humor: Als Forschungsministerin hat sie seit 2021 beachtliche Erfolge vorzuweisen. So sicherte sie im Haushalt 2024 rund 285 Millionen Euro für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und brachte 2023 die nationale Raumfahrtstrategie auf den Weg. Ihre Schwerpunkte liegen auf der Weiterentwicklung von Satellitentechnologie, der Mondforschung im Rahmen der Artemis-Akkorde sowie der Merkur-Mission. Zudem würdigte sie Merz' diplomatischen Ton im Umgang mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump – ohne dabei in leere Schmeicheleien zu verfallen.
Merz' ursprüngliche Aussagen zur Migration hatten zuvor gemischte Reaktionen hervorgerufen: Während einige seine Position unterstützten, üben andere scharfe Kritik. Bärs humorvolle, aber pointierte Bemerkungen fügten der Debatte eine weitere Facette hinzu.
Die Preisverleihung reiht Bär in den Kreis von Führungspersönlichkeiten ein, die für ihre menschliche Art im Amt gewürdigt werden. Ihre Rede verband Unterhaltung mit scharfsinnigen politischen Beobachtungen – von der Raumfahrtpolitik bis zu aktuellen Kontroversen. Gleichzeitig unterstrich die Veranstaltung ihre prägende Rolle bei der Gestaltung von Deutschlands Forschungs- und Raumfahrtambitionen sowie ihr Engagement in gesellschaftlichen Diskursen.






